Nasdaq rutschte im späten Geschäft in die Minuszone
US-Börsen schließen im Minus

Der niedriger als erwartet ausgefallene Quartalsgewinn des weltgrößten Herstellers von Baumaschinen, Caterpillar Inc, hat am Dienstag an den US-Börsen erneut Sorgen um die Entwicklung der Unternehmensgewinne geweckt und die Kurse im späten Geschäft gedrückt.

NEW YORK. Die überraschend positive Quartalsbilanz des Mobilfunk-Anbieters Nextel hatte die Technologiewerte im Geschäftsverlauf noch vorübergehend gestützt. Der Dow-Jones-Index verlor 1,92 % auf 8473,11 Punkte, nachdem er zuvor bereits bis auf 8406 Zähler nachgegeben hatte. Die Standardwerte sind damit zum Handelsschluss erstmals seit Mitte September 2001 wieder sieben Tage hintereinander gefallen. Der technologielastige Nasdaq rutschte im späten Geschäft ebenfalls in die Minuszone und schloss 0,53 % niedriger auf 1375,28 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,85 % auf 900,94 Punkte und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit August 1997.

"Der Markt ist unausgeglichen. Es gibt Befürchtungen, dass die Firmen ihre Prognosen für das dritte Quartal senken werden, selbst wenn die Gewinne im zweiten Quartal den Erwartungen entsprechen sollten", sagte Dan McMahon, Leiter Aktienhandel bei CIBC World Markets. Rund zwei Drittel der im S&P-500-Index enthaltenen Unternehmen und die Hälfte der Dow-Unternehmen werden in den kommenden zwei Wochen ihre Bilanzen vorlegen. Nach einer Umfrage von Thomson First Call wird ein Rückgang der Gewinne für die S&P-Unternehmen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,3 % erwartet.

Caterpillar hatte im zweiten Quartal 2002 einen stärker als erwartet ausgefallenen Gewinnrückgang verbucht und seine Prognose für das Gesamtjahr reduziert. Die Aktie des Dow-Wertes büßte rund 4,9 % auf 43,00 Dollar ein. Die Titel der Einzelhandelsgruppe Target verloren rund fünf Prozent auf 34,62 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, die Umsätze in der Woche zum 13. Juli seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Titel des Chipkonzerns Intel verloren im Vorfeld der nach Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen rund vier Prozent auf 18,36 Dollar. Die Aktien der zweitgrößten US-Bank J.P. Morgan Chase verloren rund 5,25 % auf 28,50 Dollar und belasteten damit die Standardwerte. Zuvor hatte die Bank Marktspekulationen in Europa über angebliche Liquiditätsprobleme zurückgewiesen. Die Gerüchte seien "unwahr und unverantwortlich", sagte ein Sprecher der Bank. J.P. Morgan Chase wollte nach eigenen Angaben am Mittwoch Quartalszahlen vorlegen. Die Aktien des fünftgrößten Mobilfunk-Anbieters in den USA, Nextel, stiegen rund 30 % auf 6,50 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. Der Konzern hatte im zweiten Quartal überraschend erstmals einen Gewinn verzeichnet. Dies habe die Technologiewerte zeitweise gestützt, sagten Börsianer.

Die Anleger seien geteilter Meinung über die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senats gewesen, sagten Händler. "Ich glaube, der Markt hat zu viel von Greenspan erwartet", sagte John Hendricks, Vice-President bei State Street Global Markets. "Die ganze Vertrauenskrise liegt immerhin außerhalb seines Kontrollbereiches." Greenspan hatte in seiner Rede gesagt, die US-Wirtschaft habe die jüngsten Bilanzskandale bisher relativ gut weggesteckt. Es werde aber noch eine Zeit dauern, bis die Wunden völlig geheilt seien. Die Erholung der US-Wirtschaft sei auf dem Weg, gehe aber langsam voran. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,84 Mrd. Aktien den Besitzer. 1305 Werte legten zu, 1932 gaben nach, und 190 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,35 Mrd. Aktien 1696 im Plus, 1736 im Minus und 260 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 auf 101-15/32. Sie rentierten mit 4,681 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 31/32 auf 98-28/32 bei einer Rendite von 5,451 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%