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Nasdaq: Siebter Tag im Minus

Der Nasdaq Index setzt den Trend der vergangenen Handelstage fort. Das High-Tech-Börsenbarometer verlor den siebten Handelstag in Folge an Wert. Die ersten Befürchtungen werden nun wach, nach denen der Index die alten Tiefststände von Anfang April von 1620 Punkten noch einmal testen könnte.

Doch um auf dieses Niveau zu sinken, müsste der Index noch rund 20 Prozent einbüßen. Dennoch, angesichts der Gewinnwarnungen der letzten Tage macht sich Nervosität auf dem Parkett breit. Über 500 Unternehmen haben dabei ihre bisherigen Geschäftsaussichten geändert. Unter ihnen Nortel und JDS Uniphase. Und die Schreckensmeldungen werden nicht so schnell verdaut. Nortel Networks hatte die Anleger in der vergangenen Woche darauf vorbereitet, dass der Netzwerkausrüster allein in diesem Quartal einen Verlust von 19,2 Milliarden Dollar verbuchen muss. Neben Nortel ging es auch erneut für Ciena, Lucent, JDS Uniphase und Tellabs in die Tiefe.

Und das Ende der Ertragswarnungssaison ist noch lange nicht erreicht. Am Montag warnte Level 3 Communication die Anleger vor schlechten Geschäftszahlen. Der Kommunikationsanbieter hat das Umsatzziel für die nächsten zwei Jahre um bis zu 29 Prozent gesenkt. Die schwache Konjunktur und die schlechte Auftragslage machen dem Unternehmen zu schaffen. Zudem zwingt die Krise in der Kommunikationsbranche das Unternehmen dazu, Kosten zu sparen und 1 400 Mitarbeiter, mehr als ein Viertel der Belegschaft, zu entlassen. Für das laufende Quartal rechnet Level 3 mit einem Ergebnis, das im Rahmen der Erwartungen liegt. Doch die kurzfristig gute Nachricht nutzte der Aktie am Montag nach dem Gewitter nicht viel. Das Level 3-Papier hat nach der Warnung über 16 Prozent an Wert verloren und notierte auf einem Allzeit-Tief.

Dass es auch anders geht, zeigte United Technologies den Anlegern. Der Mischkonzern wird die Erwartungen erreichen und den Gewinn im zweiten Quartal und im gesamten Geschäftsjahr um 15 Prozent steigern, sagte der Vorstand. Von der Nachricht profitierte der Dow Jones Index. Der Index der 30 US-Standardwerte tendierte gut behauptet. Doch Anleger behielten United Technologies nicht nur wegen der guten Zukunftsaussichten im Auge. Der Mischkonzern könnte sich möglicherweise erneut um die Übernahme von Honeywell bemühen. In der Übernahmeschlacht um den Mischkonzern hatte General Electric dem Unternehmen damals den Braten vor der Nase weggeschnappt. Sollte sich die Europäische Wettbewerbsbehörde gegen die geplante Übernahme durch General Electrics entscheiden, hätte United Technologies wieder gute Chancen. Doch bis dahin habe immer General Electric den Vorrang, so der Vorstandsvorsitzende von Honeywell.

Neben United Technologies und Honeywell trieben den Dow Jones Index auch die Kursgewinne bei den Einzelhandelswerten Home Depot und Wal-Mart an. Die Aktien profitierten von optimistischen Kommentaren von Investmentbank Prudential Securities. Sinkende Zinsen würden bei den Einzelhandelsunternehmen wieder zu steigenden Umsätzen führen. Stärker präsentierten sich auch Titel der Chip- und Biotechnologiebranche. Die Chipbranche profitierte in der ersten Handelshälfte von positiven Kommentaren von Brokerhaus Salomon Smith Barney. Die Analysten erhöhten unter anderem das Kursziel von Applied Materials, KLA-Tencor und Novellus. Die Prognose des Brokerhauses: Der Chipsektor dürfte nun das Schlimmste überstanden haben. Die jüngsten Umsatzzahlen der Branche, die am 21. Juni bekannt gegeben werden, dürften dieses zeigen, so die Experten. Applied Materials gab die Gewinne bis Handelsschluss jedoch bereits wieder ab.

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