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Nasdaq taucht ab

Bei 5000 Punkten fühlten sich die Anleger vor einem Jahr noch ganz wohl und sie schrecken vor weiteren Investitionen nicht zurück - jetzt wollen sie auch bei gut 2000 Punkten nicht in den Markt einsteigen. Vom Käuferstreik spricht mancher Experte an der Wall Street. Nun gab es ja auch einiges an schlechten Nachrichten zu verdauen. Positive Meldungen waren spärlich gesät.



Allein der Freitag hatte es ja nun in sich. Teilweise traten Handelsbeschränkungen in Kraft, so hoch waren die Verluste an den New Yorker Börsen. IBM zog den Dow Jones-Index nach unten. Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für dieses und auch gleich für das nächste Jahr reduziert. Motorola schockte mit einer Gewinnwarnung. Dabei kann es sein, dass es sogar gar keinen Gewinn mehr geben wird. Bleibe die Auftragslage weiterhin so dünn, dann könnte Motorola im laufenden Quartal Verluste einfahren. Und Sun Microsystems hat auch die Anleger enttäuscht mit der Meldung, dass der Gewinn im ersten Quartal ungefähr nur halb so hoch ausfallen wird wie bisher prognostiziert. Die Indizes taumelten ohne Halt nach unten. Doch rund anderthalb Stunden vor Handelsschluss kamen hartnäckige Spekulationen auf, dass die US-Notenbank schon in der nächsten Woche abermals die Zinsen senken könnte. Und das vor der kommenden regulären Sitzung am 20. März, auf der dieses Thema auf der Tagesordnung steht. Von einem halben Prozentpunkt ist die Rede. Das wäre ordentlich und könnte für neuen Auftrieb sorgen. Zumindest kurzfristig. Wie es langfristig aussieht, darauf möchte im Moment kaum jemand ernsthaft einen Knopf verwetten.



Letztlich ist die Technologiebörse nicht nur leicht angeknackst, sie ist schwer angeschlagen. Sie testete in der vergangenen Woche alte Tiefststände, die im Januar erreicht wurden. Und sie ging sogar noch ein bisschen weiter runter, auf das Niveau von vor über zwei Jahren.



Procter&Gamble

und Coca Cola wollen gemeinsam ein Joint Venture aufziehen. Das heißt, beide Konzerne werden sich hälftig an einem neuen Unternehmen beteiligen. Es soll vor allem den Absatz von Snacks und Fruchtsäften antreiben, diese Sparte schwächelte in den letzten Monaten. Während aber Procter&Gamble am Mittwoch stieg, zog es Coca Cola nach unten. Aus ganz anderen Gründen allerdings. Die Investmentbank Goldman Sachs hat die Cola-Aktie abgestuft und die Gewinnerwartungen für dieses Jahr reduziert.



Geht Boeing mit neuem Flugzeug an den Start? Die Pläne für einen neuen Jumbo liegen schon lange in den Schubladen der Boeing-Manager. Nur die Interessenten für ein neues Großraumflugzeug ließen auf sich warten, nun scheint die erste Käuferin auf der Matte zu stehen: Korean Air, die größte asiatische Frachtfluggesellschaft, verhandelt zur Zeit mit dem Seattler Unternehmen. Dabei geht es um acht Maschinen des Typs 747x - eine verlängerte Version der bisherigen 747. Die 747x steht in Konkurrenz zum europäischen Airbus A380.



Amazon

könnte Spekulationen zufolge Schwierigkeiten haben, seine Rechnungen zu bezahlen. Einige Kunden hätten Bedenken geäußert, schrieb die Washington Post. Jeff Bezos, der Vorstandschef konterte und sagte: "wir waren niemals in besserer Verfassung". Aber eines ist auch klar: Amazon sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar. Der muss erst einmal abgebaut werden. Das Papier notierte auf einem neuen 52-Wochentief.



Die Einzelhandelsunternehmen Wal-Mart und Home Depot gehörten noch zu den Nachzüglern. Während das Weihnachtsgeschäft bei Wal-Mart schwach war und der geringste Gewinnanstieg seit Jahren gemeldet wurde, hatte Home Depot sogar einen Verlust zu vermelden. Beide Aktien sind im Dow Jones-Index notiert und haben im Wochenvergleich Boden verloren.



Der Dow Jones-Index verlor in dieser Woche gut drei Prozent und steht nun bei 10 442 Punkten. Die Nasdaq, die bei 2 263 Punkten schloss, gab sieben Prozent nach.

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