Nasdaq trotz Amazons erstem Quartalsgewinn im Minus
US-Börsen schließen mit Verlusten

Die Computerbörse Nasdaq hat am Dienstag, nachdem die US-Handelsplätze am Montag wegen des Martin-Luther-King- Tages geschlossen waren, ihre Talfahrt fortgesetzt. Dass Amazon erstmals in der Firmengeschichte einen Quartalsgewinn auswies, konnte den Negativtrend nicht umkehren.

aha NEW YORK. Der Konkurs der US-Supermarktkette Kmart, der magere Ausblick des zweitgrößten Chip-Produzenten Infineon und die Warnung der Investmentbank Merrill Lynch, Technologie-Aktien seien überbewertet, haben am Dienstag an den US-Börsen die Kurse gedrückt. Besonders Aktien von Computer-, Chip- und Software-Unternehmen standen auf den Verkaufslisten. Der Technologie lastige Nasdaq-Composite-Index ging mit einem Minus von 2,46 % aus dem Markt. Der Dow-Jones-Industrial-Index der 30 wichtigsten Standardwerte büßte 0,58 % ein, der marktbreit gefasste Standard & Poor?s-500-Index verlor 0,72 %. Insgesamt wechselten rund 1,2 Mrd. Aktien den Besitzer. Den 1 381 Kursgewinnern standen 1 728 Kursverlierer gegenüber.

Die Nasdaq setzte - nachdem die US-Börsen am Montag wegen des Martin-Luther-King-Tages geschlossen waren - die Talfahrt der vergangenen Woche fort. So stark wie in jener Woche waren die Nasdaq-Werte seit den Anschlägen vom 11. September nicht mehr binnen einer Woche gefallen. Ausgelöst hatten den Rückgang Quartalsnachrichten von Intel, Microsoft und IBM, die - wie jetzt der Ausblick von Infineon - Anlegern wenig Hoffnung auf ein Ende der Konjunkturkrise gemacht hatten.

Entsprechend gehörten auch Microsoft , die 2,6 % einbüßten, und IBM mit einem Minus von 3,24 % zu den großen Verlierern. Noch härter traf es Indexschwergewicht Intel , wie Infineon Hersteller von Chips: Die Aktie verlor 5,3 %.

Der schwache Ausblick von Infineon, dem zweitgrößten Chiphersteller Europas, hat die Investoren nach Meinung von Beobachtern daran erinnert, dass noch längst nicht feststeht, wann Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne tatsächlich wieder steigen.

Zugleich warnte Richard Bernstein, Chef-Stratege für US-Investments bei Merrill Lynch, dass Technologie-Aktien derzeit überbewertet seien. Er riet Anlegern, Gewinne aus Technologie-Investments jetzt zu realisieren, denn deren Bewertung habe "deutlich das Niveau einer neuen Blase erreicht".

Pharma-Aktien dagegen sind nach Bernsteins Meinung derzeit günstig bewertet. Entsprechend verbuchten die Aktien des Pharmakonzerns Merck ein Plus von 2,3 %. Computertitel standen dagegen auf den Verkaufslisten. Dow-Wert Hewlett-Packard verlor 3,8 %, an der Nasdaq büßten Sun Microsystems über 10 % ein. Aktien von Broadcom , das Modems für Breitbandkabel produziert, gaben fast 11 % nach. Titel von Brocade, das Komponenten für Speicher-Netzwerke baut, fielen 9,4 %.

Fast ohne Niederschlag im Nasdaq-Index blieb ob dieser Verluste der Kurszuwachs von 25 % bei Aktien von Amazon.com . Das Internet-Handelsunternehmen hatte erstmals in seiner Firmengeschichte einen Quartalsgewinn ausweisen können - eine Überraschung für die Wall-Street-Experten wie für das Amazon-Management. Zu dem guten Ergebnis hatte vor allem das Weihnachtsgeschäft beigetragen, das Amazon ein Umsatzplus von 15 Prozent bescherte. Amazon-Finanzchef Warren Jenson triumphierte: "In praktisch jeder Zeile unserer Ertragsrechnung haben wir unsere Erwartungen übertroffen."

Ernüchternd wirkte auf die Investoren die Pleite der US-Handelskette Kmart . Sie beantragte gestern Konkurs, die Aktie verlor fast 60 %. Doch der übrige Einzelhandelssektor blieb von dem Abwärtsstrudel verschont. Konkurrent Wal-Mart notierte am Schluss mit einem Kursplus von 3,1 % als Tagesgewinner unter den Dow-Werten.

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