Nationale Egoismen behindern weitere Entwicklung
Commerzbank-Chef Müller: Acht deutsche Aktienbörsen sind zuviel

Der Commerzbank-Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller hat sich für eine rasche und umfassende Konsolidierung der Kapitalmärkte in Deutschland und Europa ausgesprochen.

vwd FRANKFURT. Die europäische Börsenlandschaft mit über 30 Börsen, zwölf verschiedenen Handelssystemen sowie mehr als 20 Clearing- und Settlement-Institutionen sei nach wie vor viel zu fragmentiert, sagte Müller am Dienstag auf einem Börsenforum des Deutschen Aktieninstituts in Frankfurt. Vor allem in Deutschland gebe es immer noch zu viele Börsen.

"Es müss erlaubt sein, die Frage zu stellen, ob wir in Deutschland acht Aktienbörsen brauchen", fügte Müller hinzu. Das Argument, mittelständische, regional ausgerichtete Börsenunternehen benötigten auch regionale Kapitalmarktdienstleister, treffe vielleicht im Hinblick auf den IPO-Begleiter und die regionale Vermarktung zu. Warum aber sollte der Handel mit diesen Werten nicht über ein Handelssystem laufen, betonte der Vorstand.

Da der europäische Kapitalmarkt noch zu fragmentiert sei, könne auch von einem Wettbewerb mit den USA "auf gleicher Augenhöhe" nicht die Rede sein, erläuterte Müller weiter. In den USA konzentriere sich der Handel vor allem auf zwei Börsen. Ferner seien Ende 2000 dort mehr als 7 000 Unternehmen und im gesamten Euroland keine 5 000 Unternehmen börsennotiert gewesen. Haupthindernis für einen paneuropäischen Aktienmarkt blieben aber die bestehenden nationalen Regelungen im Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht.

Auch die Abwicklungskosten für grenzüberschreitende Transaktionen im Euroraum seien viel zu hoch. Sie beliefen sich auf das zehnfache der amerikanischen Kosten. Zwar sei bei einzelnen Börsensystemen und Clearingstellen Konsolidierungstendenzen zu erkennen. Doch auch dort würden weitere Entwicklungen durch nationale Egoismen behindert, kritisierte Müller.

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