Nationale Einheit beschworen
Chirac in zweite Amtszeit eingeführt

Der Präsident des Verfassungsrats, Yves Guéna, verlas im Elysée-Palast in Paris das Ergebnis der Präsidentenwahl und setzte den 69-jährigen Chirac damit bis zum Jahr 2007 als Staatschef ein.

dpa PARIS. Der Neogaullist hatte in der Stichwahl am 5. Mai mit mehr als 82 % gegen den rechtsradikalen Jean-Marie Le Pen gewonnen.

In einer Ansprache beschwor Chirac den nationalen Zusammenhalt Frankreichs und "die Einheit der Republik". Es sei dabei vordringlich, die Autorität des Staates zu bekräftigen, sagte der Präsident. "Und das wird auch so sein. Es ist eine der Hauptanforderungen an diese Amtszeit." Die Franzosen hätten den Extremismus scheitern lassen und damit massiv bestärkt, "wie sie ihren demokratischen Institutionen, den bürgerlichen Freiheiten, unserem europäischen Engagement und unserer universellen Berufung verbunden sind", erläuterte Chirac.

Nach Charles de Gaulle und François Mitterrand ist Chirac der dritte Präsident der 5. Republik (seit 1958) mit einem zweiten Mandat. Er ist seit 1995 im Amt. Erstmals seit knapp 130 Jahren ist der französische Staatschef jetzt jedoch nicht mehr sieben Jahre im Amt, sondern nach dem Gesetz nur noch fünf. Zu der Zeremonie, die mit 21 Salutschüssen endete, waren neben der neuen Regierung noch weitere Vertreter des Staates, der Kirchen und der Streitkräfte erschienen.

Der konservative Präsident verdankt seinen massiven Sieg über den rechtsradikalen Herausforderer der Mobilisierung des ganzen Landes, also vor allem auch der Linken, gegen den Rechtsextremismus. Am Tag nach der Stichwahl setzte er mit dem rechtsliberalen Jean-Pierre Raffarin einen neuen Premierminister für den zurückgetretenen Sozialisten Lionel Jospin ein. Raffarin führt ein konservatives Übergangskabinett für die Zeit bis zu den Parlamentswahlen im Juni.

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