Nationalelf stolpert zum 2:0
Ein Spiel dauert zum Glück 90 Minuten

Der schleichende Niedergang der deutschen Nationalmannschaft hatte fast einen neuen Tiefpunkt erreicht. Dann aber kam die Schlussphase und die historische Blamage wurde dank der Tore von Miroslav Klose (89.) und Fredi Bobic (90.) doch noch verhindert. Der Vize-Weltmeister kam gestern Abend in der EM-Qualifikation gegen die Fußballamateure der Färöer-Inseln zu einem 2:0.

TORSHAVN. Trotz der erneut schwachen Leistung bleibt das Team von Rudi Völler in der Gruppe 5 Tabellenführer vor dem neuen Rangzweiten Island, der in Litauen klar mit 3:0 gewann. Gegen Island muss die DFB-Auswahl noch zwei Mal antreten.

"Die Färöer waren der erwartet starke Gegner", hatte Stürmer Miroslav Klose nach dem knappen 2:1-Sieg im Hinspiel in Hannover gesagt. Diese Plattitüde könnte demnächst heißen: "Die Deutschen waren der erwartet schlechte Gegner." Vor dem Rückspiel hatte der Stürmer noch zugegeben, nicht viel über die Färöer zu wissen, "außer dass es da sehr viele Schafe gibt".

Das deutsche Team musste im mit 6 000 Zuschauern ausverkauften neuen Stadion von Torshavn auf Spielmacher Michael Ballack verzichten. Der Münchner konnte auf Grund seiner Wadenprobleme nicht auflaufen und war nicht mal als Ersatzspieler nominiert. Nachdem er die beiden Tage zuvor wieder ohne Probleme hatte trainieren können, wurde seine Muskelverhärtung am Spieltag immer schlimmer. Für ihn rückte Sebastian Kehl in die Anfangsaufstellung. Im Sturm hatte Teamchef Rudi Völler zudem für den zuletzt schwachen Klose den Leverkusener Oliver Neuville gebracht. Der hatte im Training Torhüter Oliver Kahn nach Belieben überwunden. Den gesperrten Torsten Frings ersetzte Paul Freier. Der hatte bereits in der zweiten Halbzeit gegen die Schotten überzeugt. Völlers Hoffnung war vor allem, spielerisch mehr bieten zu können.

Und das Spiel der Deutschen begann in der Tat "verheißungsvoll": Beim Anpfiff standen alle Feldspieler maximal 15 Meter in der eigenen Hälften und stürmten gleich nach vorne. Doch nach geschätzten zweieinhalb Spielminuten verpuffte der Druck und die DFB-Auswahl gurkte wie schon zuletzt. Spielerisch genauso schlecht wie gegen Schottland, ideenlos und ohne große Ordnung und Spielzüge. Der holprige Rasen war da nur eine halbe Entschuldigung. Die wenigen Chancen resultierten fast immer aus Fehlern der technisch und spielerisch harmlosen, aber groß gewachsenen und körperlich fitten Färinger.

Die hatten Glück, als in der ersten Hälfte bei zwei Bobic-Chancen der Pfosten im Weg stand. In der Pause dürfte Völler, der nach 45 Minuten für den durch eine Bindehautentzündung gehandicapten Kahn Frank Rost bringen musste, Klartext geredet haben. Wieder begann sein Team mit Schwung. Chancen gab es genug, mit der Brechstange wurde versucht, doch noch die Blamage zu verhindern. Viele Möglichkeiten wurden verstolpert, oder der Pfosten (bei Ramelows Schuss) stand im Weg. Als schließlich der Regen über Färöer einsetzte, verhinderten zwei späte Tore die Sensation.

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