Nationales Olympia Kommitee
NOK-Report nimmt Partei für Tröger

Eine Parteinahme für den Amtsinhaber Walther Tröger durch den NOK-Report und eine scharfe Kritik an seinem Herausforderer Klaus Steinbach haben den Wahlkampf um die Präsidentschaft des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) weiter verschärft.

HB/dpa HAMBURG. Steinbach sei immer mehr der Versuchung erlegen, "den Zustand des olympischen Sports in Deutschland als eine Anhäufung von Defiziten, Versäumnissen und Fehlentwicklungen zu beschreiben", heißt es in der neuesten Ausgabe der NOK-Mitteilungen. Dies sei "ein erschreckendes Szenarium, das, egal auf welcher Ebene und in welcher Position, alle verantwortlich Mitwirkenden der letzten fünf Jahre desavouieren muss".

Die Entscheidung über die Präsidentschaft trifft am 3. November in Nürnberg die NOK-Hauptversammlung mit ihren maximal 139 Stimmen. Tröger (73) führt die Organisation seit 1992 an. Steinbach (49) hatte seine Kandidatur mitgeteilt, bevor Tröger seine Absicht auf eine weitere Amtsperiode öffentlich gemacht hatte. In diesem Zusammenhang hatte der NOK-Präsident seinem Herausforderer "Wortbruch" vorgeworfen. Beobachter sehen gut drei Wochen vor der Wahl ein Patt im Duell zwischen Tröger und dem Mediziner und ehemaligen Meisterschwimmer.

Der NOK-Report bewertet die "Kontroverse hoher Mandatsträger des deutschen Sports" als einzigartige "Maßlosigkeit", mit der im Vorfeld der Wahl "die Gegensätze eskalierten und die Unversöhnlichkeit, mit der sie in aller Öffentlichkeit ausgetragen werden". Tröger habe sich an "derartigen Schusswechseln" nicht beteiligt, behauptet der Report. Direkt angegriffen wird der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, der "unzutreffende Zustandsbeschreibungen und unrealistische Postulate" mit "Süffisanz begleitet".

In der selben Ausgabe des NOK-Reports beklagt Tröger seinerseits, dass die "anstehende Präsidentenwahl vielfach zur polemischen Personalisierung der zukunftsgestaltenden Sachfragen missbraucht wurde und wird". "Ein Teil der Medien" unternehme "massive Versuche", "die Verantwortlichen unseres Komitees durch Einflussnahme von außen einzuschränken", schreibt Tröger in einem "Grußwort" an die Hauptversammlung in Nürnberg. "Dass Amtsinhaber des Sports diese massiven Versuche noch anregen und unterstützen, verschärft die Situation."

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