Nationaltrainerin Theune-Meyer schult so Zweikampfverhalten
Die großen Frauen und die kleinen Jungs

Die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen bestreiten ein Testspiel gegen die sechzehnjährigen Junioren vom VfB Stuttgart.

BERLIN. Die Fußballerinnen waren Weltmeister und "Bild" druckte am Morgen danach die passende Schlagzeile: "Wir haben wieder Helden!" Ein Monat ist seit dem Sieg im WM-Finale gegen Schweden vergangen. Im Rausch der Euphorie um die Fußballerinnen rief Frankfurts Bürgermeisterin Petra Roth auf der Feier vom Rathausbalkon: "Männer, schaut auf diese Frauen: Alles Weltmeisterinnen." Deutschland jubelte.

Die Feier ist vorbei. Die Fußballerinnen werden von der Realität eingeholt. Am Samstag spielen die Frauen im EM-Qualifikationsspiel gegen Portugal und heute findet noch ein letztes Testspiel statt - gegen den VfB Stuttgart. Nicht gegen die Herren, sondern die B-Junioren.

Warum spielt die Nationalmannschaft - der Weltmeister - gegen 16-jährige Fußballer? "So ein Spiel macht Sinn", sagt Nationaltrainerin Tina Theune-Meyer. Was sie meint: Die B-Junioren spielen auf einem Niveau wie Fußball-Weltmeister der Frauen - und wahrscheinlich noch besser. Theune-Meyer sagt: "Wir werden große Mühe haben."

Oft und viel wurde in den vergangenen Wochen diskutiert, wie stark der Frauenfußball denn sei - verglichen mit dem der Männer. Ariane Hingst, die Nationalspielerin, "mag diesen Vergleich nicht". Die B-Junioren seien ja keine Kinder mehr. Schuhgröße 45 und so. Der Antritt. Die Muskeln. Die Kraft.

Es gibt nicht wenige in der Branche, die davon ausgehen, dass die Weltmeisterinnen deutlich verlieren werden. Vor der WM in den USA haben die Frauen auch gegen B-Junioren gespielt. Gegen Borussia Dortmund. Gegen Eintracht Frankfurt. Und jedes Mal haben die Frauen deutlich verloren.

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