Archiv
NATO beharrt vorerst auf Pufferzone im Kosovo

Trotz der Annäherung an Belgrad beharrt die NATO vorerst auf der Pufferzone zum Schutz der Bündnis-Soldaten im Kosovo. Es wäre "verfrüht", die Sicherheitszone abzuschaffen, sagte NATO-Generalsekretär George Robertson am Donnerstag nach einem Treffen mit dem serbischen Vize-Ministerpräsidenten Nebojsa Covic in Brüssel.

afp Brüssel.Covic hatte Robertson und den Botschaftern der 19 NATO-Staaten zuvor seinen Friedensplan für Südserbien vorgelegt, der zu einem Ende der heftige Kämpfe zwischen albanischen Rebellen und serbischen Sicherheitskräften beitragen soll. Grundsätzlich zeigte sich Robertson aber ebenso wie die Europäische Union (EU) zufrieden mit dem Plan. Außen-Kommissar Chris Patten kündigte umgerechnet knapp zwei Millionen Mark zuätzliche Hilfen für die bitterarme Region um das Presevo-Tal an. Die EU-Kommission stellte zudem 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau im Kosovo bereit. Covic begründete seinen Friedensplan, der zumindest die Verkleinerung der Pufferzone vorsieht, mit dem Hinweis, ein so großes Sicherheitsgebiet sei "nicht mehr nötig, weil es keinerlei Feindseligkeiten zwichen jugoslawischen Sicherheitskräften und der KFOR gibt". Der fünf Kilometer breite Streifen zwischen dem Kosovo und Serbien war im Juni 1999 zum Schutz der NATO-Friedenstruppe KFOR eingerichtet worden. Covics Friedensplan sieht zudem vor, die albanische Bevölkerung in der Region sozial stärker einzubinden sowie die Armut zu bekämpfen. Eine Autonomie wird ihnen aber nicht zugestanden. In Südserbien kämpfen Rebellen der pro-albanischen Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac (UCPMB) für eine Vereinigung des Gebiets mit dem unter UN-Verwaltung stehenden Kosovo. Robertson nannte die Belgrader Vorschläge eine "gute Verhandlungsgrundlage" und rief die albanische Seite zu Gesprächen auf. Die NATO ist seinen Worten zufolge zudem bereit, über Änderungen des status quo nachzudenken, "solange sie kein Sicherheitsvakuum oder neue Kämpfe auslösen". Lob für seine Initiative bekam Covic, der in Brüssel vom jugoslawischen Außenminister Goran Svilanovic begleitet wurde, auch von der EU-Kommission. Kommissar Patten würdigte den "konstruktiven Vorschlag" und kündigte zusätzliche Hilfsgelder für die umkämpfte Region an. Mit 900.000 Euro (knapp 1,8 Millionen Mark) sollen unter anderem sechs Grundschulen wiederaufgebaut und mit Möbeln versehen werden, zudem sollen Lokalbehörden und die Reparatur von Wasserleitungen gefördert werden. Die EU-Kommission stimmte zudem einem Hilfsprogramm für das Kosovo in Höhe von hundert Millionen Euro zu. 38 Millionen Euro davon sind für den Wiederaufbau von rund 3200 im Krieg zerstörten Häusern vorgesehen. Zudem sollen Wasserversorgung und Müllabfuhr aufgebaut sowie unabhängige Medien gefördert werden. Weitere 14 Millionen Euro sind für Medikamente und Geräte für Krankenhäuser sowie Ausildungsprogramme für Hausärzte und Krankenschwestern eingeplant.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%