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Nato einig über Irak-Mission

Nach wochenlangem Widerstand Frankreichs hat die Nato eine Ausbildungsmission für den Irak beschlossen. Die Nato-Botschafter gaben am Mittwoch grünes Licht für die Militärs, einen Operationsplan auszuarbeiten. Der soll Anfang Oktober den Bündnispartner vorgestellt werden.

dpa BRÜSSEL. Nach wochenlangem Widerstand Frankreichs hat die Nato eine Ausbildungsmission für den Irak beschlossen. Die Nato-Botschafter gaben am Mittwoch grünes Licht für die Militärs, einen Operationsplan auszuarbeiten. Der soll Anfang Oktober den Bündnispartner vorgestellt werden.

Deutschland hatte von Anfang klar gemacht, dass deutsche Soldaten Ausbildungshilfe nur außerhalb des Iraks leisten werden. Nach unbestätigten Informationen sollen etwa 300 Ausbilder der Allianz der irakischen Übergangsführung helfen, die Sicherheitskräfte des von Gewalt erschütterten Landes wieder aufzubauen. Die USA als Führer der Koalitionstruppen hatten ihre Alliierten zu der Mission gedrängt.

Ein Nato-Sprecher sagte nach der Sitzung, es werde ein Trainingszentrum außerhalb der Hauptstadt Bagdad aufgebaut. Schon seit August erkunden 40 Nato-Militärs im Irak die Hilfsmöglichkeiten der Allianz.

Belgien und Frankreich hatten am vergangenen Freitag einen ersten Einigungsversuch blockiert. Beide Länder wollten noch offene Fragen der Finanzierung und der Sicherheit der Mission geklärt haben. Auch ein zweiter Versuch der Einigung am Montag blieb erfolglos.

Frankreichs Staatschef Jacques Chirac hatte schon beim Nato-Gipfel im Juni in Istanbul seinen Unwillen gegen die US-Pläne geäußert und sich gegen eine zu deutliche Präsenz der Allianz im Irak gewehrt. Wie Deutschland gehörte Frankreich zu den entschiedenen Gegner des Irak- Krieges.

Der Beschluss des Nato-Rates mache klar, dass die Mission der Ausbildung und Unterstützung diene, keinesfalls aber ein Kampfeinsatz sei, sagte der Sprecher. Das Bündnis will nach seinen Worten auch Iraker als Ausbilder einsetzen. Es sei zudem eindeutig der Schutz der Nato-Angehörigen und die Befehlskette mit den alliierten Streitkräften im Irak geklärt. Die Nato-Angehörigen hätten im Fall eines Angriffs das Recht, sich zu verteidigen. Der Fortgang der Mission werde ständig durch den Nato-Rat bewertet. So müsse der Operationsplan von den Botschaftern gebilligt werden.

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