"Natürlich wird es ein Junge sein"
Erstes Klon-Baby kommt im Januar zur Welt

Das weltweit erste Klon-Baby soll nach den Worten des umstrittenen italienischen Reproduktionsmediziners Severino Antinori voraussichtlich Anfang 2003 zur Welt kommen. "Das Kind ist (derzeit) in der 33. Schwangerschafts-Woche, wiegt 2,5 Kilogramm und wird in der ersten Januarwoche geboren", sagte Antrinori in Rom.

HB/dpa ROM. Antinori wollte allerdings geheim halten, wo das Kind entbunden werden soll. Er deutete an, die Geburt werde außerhalb Italiens stattfinden. "Natürlich wird es ein Junge sein."

Das Kind sei "absolut gesund", ergänzte der Frauenarzt. "Die Chance, dass alles gut verläuft ist zwischen 90 und 95 %." Für die erste Klon-Geburt sei ein Team internationaler Spezialisten verantwortlich. Um die Wissenschaftler sowie Mutter und Kind nicht zu gefährden, wolle er keine weitere Angaben machen. Wenige Wochen später sollten zwei weitere Klon-Kinder auf die Welt kommen, fügte er hinzu.

"Ich darf dazu nichts weiter sagen, sondern muss die Frauen schützen", sagte der Mediziner. Im April hatte Antinori zunächst behauptet, zwei Klon-Schwangere lebten in der ehemaligen Sowjetunion und eine in einem islamischen Land. Später wollte er diese Angaben aber nicht bestätigen.

Er war seinerzeit auch in die Schlagzeilen geraten, als eine arabische Zeitung berichtete, dass eine von ihm behandelte Frau in der achten Woche schwanger sei. Daraufhin drohte ihm der italienische Ärzteverband mit einem Disziplinarverfahren.

Antinori, der in Rom eine private Fortpflanzungsklinik betreibt, hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, zusammen mit dem Klonarzt Panos Zavos aus Lexington (US-Bundesstaat Kentucky) menschliche Embryonen für unfruchtbare Paare klonen zu wollen. Wegen dieser Absicht wird der italienische Arzt von der wissenschaftlichen Welt heftig kritisiert.

Antinori signalisierte am Dienstag weiter, bei der Geburt des ersten Klon-Babys präsent zu sein. "Ich werde von Ende Dezember bis Mitte Januar ins Ausland reisen, und hoffentlich verfolgt mich dabei nicht der Geheimdienst."

Antinori war weltweit bekannt geworden, weil er durch künstliche Befruchtung Frauen zu Kindern verhalf, die schon längst die Wechseljahre hinter sich haben. Für eine erste Sensation hatte Antinori gesorgt, als er 1994 erstmals einer 63-jährigen Frau durch eine künstliche Befruchtung zu einer Schwangerschaft verholfen hatte.

Er vertritt die Auffassung, dass der Widerstand gegen Klonen von Menschen völlig ungerechtfertigt sei. Klonen von Menschen und Affen sei viel ungefährlicher als beispielsweise bei Schafen und Nagetieren. Klonen bedeute auch keine Ende der Einzigartigkeit des Menschen.

Lediglich 10 % der Deutschen würde Paaren ein Klonkind zugestehen, die anders keine Kinder bekommen könnten. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom April hervor. 35 % würden dem Klonen eines Menschen jedoch zustimmen, wenn dadurch das Leben eines anderen gerettet werden könnte - wenn das Baby etwa zur Knochenmarkspende diene. In Deutschland und in vielen anderen Ländern ist das Klonen von Menschen ausdrücklich verboten.

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