Natürlicher Schutz vor Inzest?
Verwandte können sich nicht riechen

Der Geruch naher Verwandter stinkt den meisten Familienmitgliedern. Über einen entsprechenden Riechtest berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

HB/dpa LONDON. Die US-Forscherin Tiffany Czillis von der Wayne State University in Detroit spekuliert im "New Scientist" (Nr. 2357, S. 20 , Ausgabe vom kommenden Samstag), dass der als unangenehm empfundene Geruch naher Verwandter zur Vermeidung von Inzest beiträgt.

Wer wen wie riecht, untersuchte das Team um Czillis an 25 Familien mit mindestens zwei Kindern zwischen 6 und 15 Jahren. Dazu schliefen die Studienteilnehmer drei Nächte lang in einem geruchlosen T-Shirt, das sie tagsüber in einer Plastiktüte aufbewahrten. Die Probanden wuschen sich nur mit einer parfümfreien Seife. Im anschließenden Riechtest sollten die Familienmitglieder von zwei T-Shirts jenes erschnüffeln, das ehemals von einem nahen Verwandten getragen wurde.

Alle Kinder hätten den Geruch ihres Vaters erkannt, schreibt der "New Scientist". Die Mutter wurde demnach aber nur von den 9 bis 15-Jährigen und von Söhnen, die ehemals gestillt worden waren, erschnüffelt. Väter und Mütter hätten dagegen ihren Nachwuchs in der Regel am Geruch erkannt.

Gemocht wurde der Duft der nahen Verwandten aber meistens nicht. So hätte Müttern der Geruch ihrer Kinder missfallen. Der Nachwuchs habe dagegen den Duft des Vaters nicht gemocht. Und unter Geschwistern hätten Mädchen ihre Brüder und Jungs ihre Schwestern nicht riechen können.

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