Nauru trotz OECD-Drohung
Geldwäsche-Paradies bleibt dabei: Keine Steuern

Die winzige Pazifik-Insel Nauru will trotz drohender internationaler Sanktionen wegen Geldwäsche für die Russen-Mafia keine Steuern erheben.

afp AUCKLAND. Das selbstständige Eiland mit rund 12 000 Einwohnern werde seine Souveränität nicht durch "egoistische Interessen" anderer beeinträchtigen lassen, sagte Staats- und Regierungschef René Harris am Donnerstag (Ortszeit) bei einem regionalen Gipfeltreffen. Den Industriestaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warf er vor, sie wollten die kleinen Inseln ruinieren, statt ihnen zu helfen, von ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten zu profitieren. Auch die anderen Pazifik-Staaten sollten dem Druck der OECD nicht nachgeben, forderte Harris.

Nach Angaben der Moskauer Zentralbank hat die russische Mafia über Geldinstitute auf Nauru 70 Mrd. Dollar (rund 150 Mrd. Mark) gewaschen. Das nur 21,3 Quadatkilometer große Steuerparadies zählt etwa 400 als Briefkastenfirmen aufgezogene Offshore-Banken. Die OECD setzte Nauru, den Philippinen und Russland ein Ultimatum bis zum 30. September, um ihre Steuergesetzgebung zu verschärfen. Von Sanktionen bedroht sind auch Pazifik-Staaten wie die Cook- oder die Marshall-Inseln, deren erste Schritte zu strengeren Gesetzen die OECD bereits lobte. Naurus Chef Harris kritisierte, die OECD mische sich in Anlegenheiten souveräner Staaten ein, die sich entschieden hätten, ihre Bevölkerung nicht zu besteuern.

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