Navigationssystem Galileo
Erster europäischer Satellit zur Positionsbestimmung startet 2005

Der erste Satellit des europäischen Navigations-Systems Galileo soll im September 2005 in den Weltraum gebracht werden. Betriebsbereit solle der Satellit dann Mitte 2006 sein.

HB Berlin. Europas Forschungsminister haben jetzt nach langem Tauziehen in Paris grünes Licht für die Entwicklung von Galileo gegeben. Die dafür veranschlagten Kosten von 1,1 Mrd. Euro bis 2005 werden je zur Hälfte aus dem Etat der Esa und dem EU-Haushalt kommen. Der Aufbau des Galileo-Netzes von insgesamt 27 Satelliten und leistungsstarken Bodenstationen wird etwa 3,5 Mrd. Euro kosten, der Markt für Navigationsnutzung wird auf ein Vielfaches geschätzt.

Das europäische Galileo-Navigationssystem soll künftig mit dem amerikanischen GPS-Systems konkurrieren. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Klagen der europäischen Länder gegeben, weil die Amerikaner die Nutzung unter anderem während des Kosovo-Krieges eingeschränkt hatten.

Vier Jahre wird es dauern, bis "Galileo" voll funktionsfähig ist. Ende 2008 werden auf drei verschiedenen Umlaufbahnen in 23 616 Kilometern Höhe jeweils zehn Satelliten in einem Winkel von 56 Grad zum Äquator die Erde umkreisen. Jeweils neun Satelliten verteilen sich in gleichmäßigen Abständen auf einer Umlaufbahn, für die sie 14 Stunden benötigen. Ein Reservesatellit in jedem Orbit stellt sicher, dass das System auch bei Ausfall eines der künstlichen Trabanten funktioniert. Jeder "Galileo"-Satellit ist etwa 650 Kilo schwer und wird von Solarzellen mit 1 500 Watt Elektrizität versorgt.

Die Zahl der Satelliten, die Lage der Umlaufbahnen und die Neigung zur Erde stellen nach Berechnungen der Esa sicher, dass jedermann überall in der Welt zu jeder Zeit die Daten von mindestens vier Satelliten empfangen und so seine Position auf den Meter genau bestimmen kann. Der Winkel zum Äquator garantiert dies - anders als GPS - sogar in den für Europa besonders wichtigen nördlichen Breiten bis hin zur Polarregion. An den meisten Orten sollen sogar sechs bis acht Satelliten in Sichtweite sein, was eine zentimetergenaue Positionsbestimmung erlauben wird.

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