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Im Kürzel-Kampf der Mobilfunkstandards wird oft WLAN als neuer Konkurrent für UMTS angeführt. Zu Recht? Wireless Local Area Networks (WLAN) sind Funknetzlösungen, die zumeist in Gebäuden über Distanzen von weniger als 200 Metern Laptops, Palmtops oder andere Endgeräte an ein drahtgebundenes Netz ankoppeln.

Ursprünglich waren WLAN zum Einsatz in Bürogebäuden gedacht. Seit einiger Zeit werden die Netze aber auch auf Bahnhöfen, Flughäfen und Messegeländen errichtet. An solchen "Hot Spots" können vornehmlich Geschäftsreisende das WLAN nutzen, um in das Internet oder das Netz ihres Unternehmens zu gelangen. Es gibt schon rund 1000 solcher öffentlichen WLAN in Europa und etwa 3000 in den USA. In Deutschland will die Regulierungsbehörde noch weitere WLAN-Frequenzen lizenzfrei zuteilen, um die Ausbreitung weiter zu fördern.

Werden öffentliche WLAN die ohnehin schon stark risikobehafteten Geschäftspläne für UMTS zu Fall bringen? Auf den ersten Blick spricht Einiges dafür. WLAN übertragen Daten schon jetzt weitaus schneller als UMTS-Netze es anfangs können werden.

Doch WLAN werden aus Kostengründen nie flächendeckend verfügbar sein. Zudem dürfen sich die Nutzer nicht schneller als zu Fuß bewegen, wenn die Verbindung nicht abreißen soll. Deshalb wird WLAN kein Ersatz für UMTS, sondern eine Ergänzung: In der Fläche werden mobile Kunden UMTS nutzen und in ein WLAN nur an Hot Spots wechseln. Da Geschäftskunden von WLAN-Betreibern Abhörsicherheit, die Fähigkeit zur Diensteabrechnung und die Präsenz an möglichst vielen "Hot Spots" verlangen werden, ist es wahrscheinlich, dass es die Besitzer der UMTS-Netze sein werden, die auch die WLAN betreiben. Öffentliche WLAN sind also für UMTS-Anbieter kein Grund zur Sorge. Aber dafür sind ja mehr als genügend andere Gründe vorhanden.

Torsten J. Gerpott ist Professor für Telekommunikations-Wirtschaft an der Gerhard- Mercator Duisburg. -Universität

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