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Alles gleich macht der Google

Es gab mal eine Zeit, da konnte man Autos nur noch durch das Markenemblem auf dem Kühlergrill unterscheiden. Der Windkanal als Ultima Ratio des Fahrzeugdesigns hatte gesiegt. Der Windkanal des Internets heißt Google.

Es gab mal eine Zeit, da konnte man Autos nur noch durch das Markenemblem auf dem (vielleicht noch vorhandenen) Kühlergrill unterscheiden. Der Windkanal als Ultima Ratio des Fahrzeugdesigns hatte gesiegt. Die Fahrzeue waren schnittig, aber ätzend langweilig.

Der Windkanal des Internets heißt Google. Die legendär puristische Startseite des Internet-Suchdiestes wurde zum Synonym für "Suche" und hat seine Gründer zu Milliardären gemacht. Jetzt wollen alle Portale irgendwie auch so aussehen, oder besser - sie müssen. Sonst gilt man direkt als altbacken und verschnörkelt.

Das deutsche Portal Web.de ist dem Googleismus nun ebenfalls ein Stück näher gerückt. Seit wenigen Tagen zeigt sich es sich in völlig neuer Optik, deutlich entschlackt, aufgeräumter, von zu vielen Werbebanner entlastet und klarer strukturiert. Aber auch uniformer.

Doch das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Wer optisch austauschbar wird, muss sich über die Inhalte und den Mehrwert definieren. Und das ist es, was letztlich einen guten Service ausmacht und auch Web.de gegen den großen Suchbruder aus den USA wettbewerbsfähig machen kann. Den Kunden kann der Kampf über Service jedenfalls nur recht (und oft auch billig) sei.

Ach ja, und außerdem: Heute sehen die Autos auch schon lange nicht mehr alle aus wie im Windkanal gleichgegoogled. Zum Glück.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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