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ARD im Schmidt-Fieber

Harald Schmidt ist das größte, das allergrößte Medienereignis. Endlich ist das TV-Lästermaul aus dem Dauerurlaub zur ARD heimgekehrt. Intendant Jobst Plog darf sich zum Ende seiner glücklosen Amtszeit als ARD- Vorsitzender freuen.

Harald Schmidt ist das größte, das allergrößte Medienereignis. Endlich ist das TV-Lästermaul aus dem Dauerurlaub zur ARD heimgekehrt. Intendant Jobst Plog darf sich zum Ende seiner glücklosen Amtszeit als ARD - Vorsitzender freuen. Trotz schwacher Pointen lockte der verlorene Sohn des Ersten über fünf Millionen Zuschauer vor die Bildschirme: Bescherung für die ARD.

Den Gebührenzahler kommt Schmidt und sein Geschäftspartner Fred Kogel allerdings teuer zu stehen. Niemand hat es bisher besser geschafft, die ARD auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Nachdem bei den Privaten angesichts der Werbekrise keine Fantasiepreise mehr gezahlt werden, lässt nun die ARD die Millionen für die Harald-Schmidt-Show aus Köln- Mülheim springen.

Für eine vergleichsweise billig produzierte Late-Night-Sendung fließen rund acht Mill. Euro jährlich in die Kassen von Schmidt und Kogel. "Harald Schmidt hilft uns allen, die Welt besser zu verstehen und das Fernsehen zu durchschauen", begründet die ARD allen Ernstes ihr Finanzengagement. Tatsächlich beweist der Entertainer, wie man Öffentlich-Rechtliche über den Tisch zieht. Dabei ist doch eines klar: Die ARD braucht nicht Harald Schmidt, doch Harald Schmidt braucht die ARD.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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