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Arte liebt die Acht

Das TV-Geschäft ist hart, bisweilen auch ungerecht. Davon kann Arte ein Lied singen. Trotz spannenden Programms sinkt die Akzeptanz des deutsch- französischen Kulturkanals bei den Zuschauern.

Die niedrige Quote - im ersten Halbjahr waren es nur 0,3 % aller Zuschauer - hat vor allem einen Grund. Nachdem Arte vom Abendsender zum Ganztagessender mutierte, musste der Platz bei Satellit und Kabel gewechselt werden - mit fatalen Folgen. Arte rückte auf vielen Fernbedienungen ganz nach hinten. Denn die meisten Zuschauer waren schlichtweg zu träge, ihre Geräte umzuprogrammieren.

Das soll sich nun ändern. Mit Hilfe der Werbeagentur McCann- Erickson will der Straßburger Kanal das ernste Problem in den Griff kriegen. "Arte auf Acht" heißt die millionenschwere Kampagne. Der Zuschauer soll motiviert werden, den Kulturkanal auf dem achten Platz der Fernbedienung zu speichern. Wie soll das gehen? Arte-Präsident Jérôme Clement wird darauf auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin eine Antwort liefern. Von einem Gewinnspiel und viel Reklame gemischt mit einer Programmänderung ist die Rede.

Eine schnelles Ende des Quoten-Tals braucht Arte dringend. Denn der europäische Kulturkanal erreichte im ersten Halbjahr sogar weniger Zuschauer als der viel geschmähte Mitmachsender Neun Live. Eines ist klar: Ohne Akzeptanz ist dem deutschen Zuschauer kaum zu vermitteln, wieso er bei einer Gebührenerhöhung auch für Arte noch mehr Geld abdrücken soll.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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