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Auf Lenins Schultern

Dass man mit dem Sozialismus einmal richtiges Geld verdienen könnte, mag Genosse Lenin nicht erwartet haben. Doch seit im Frühjahr der Film "Good Bye, Lenin" das deutsche Kino revolutioniert hat, klingeln die Kassen.

Eine "Ostalgie"-Welle schwappt über das vereinte Deutschland. Die für rund 4 Mill. Euro produzierte Komödie rund um den Mauer-Fall hat bisher mehr als 36 Mill. Euro eingespielt und gut sechs Millionen Menschen in die Kinos gezogen.

Jetzt schlagen auch TV-Sender aus der Ost- Liebhaberei Profit. Das ZDF machte am vergangenen Sonntagabend den Anfang: Mit ihrer Ostalgie-Show holten die Mainzer unerwartet knapp fünf Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Das entspricht einem Marktanteil von über 21 %. Jeder dritte Ostdeutsche guckte die Show, obwohl das ZDF in den neuen Bundesländern sonst nur wenige Zuschauer erreicht. RTL und Sat 1 wollen nachziehen: In ein paar Wochen zur Hauptsendezeit schicken sie ihre Ost- und DDR-Shows auf Sendung - und vermarkten sie gegenüber ihren Werbekunden gebührend.

Auch Regionalzeitungen haben den Lenin-Boom entdeckt: Begleitend zum Kinofilm brachte sie Serien über typische Ostprodukte. Seither finden sich auch wieder echte Spreewald-Gurken in den Regalen mancher westdeutscher Supermarktketten.

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