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Ausnahme Weltbild

Die deutsche Medienbranche klagt ohne Ende. Buchverlage, Zeitungen, selbst die Fernsehsender jammern seit mittlerweile drei Jahren ohne Unterlass darüber, dass die Geschäfte furchtbar schlecht laufen. Nur in Augsburg herrscht gute Laune.

Die deutsche Medienbranche klagt ohne Ende. Buchverlage, Zeitungen, selbst die Fernsehsender jammern seit mittlerweile drei Jahren ohne Unterlass darüber, dass die Geschäfte furchtbar schlecht laufen. Nur in Augsburg herrscht gute Laune. Das Ergebnis sei erfreulich und der Umsatz im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr um fast ein Fünftel gestiegen, teilte die Verlagsgruppe Weltbild an Freitag mit. Jedes zehnte Buch in Deutschland, verkündete das von der katholischen Kirche kontrollierte Unternehmen stolz, werde inzwischen bei Weltbild gekauft. Knapp 1,3 Mrd. Euro flossen so in die Kassen der Schwaben.

Weltbild macht aus seinem Erfolgsrezept kein Geheimnis. "Die Verlagsgruppe profitiert von der gestiegenen Preisorientierung der Verbraucher", betonte Weltbild-Chef Carel Halff. In seinen Weltbild-Plus-Läden, im Internet und per Katalog bietet das Unternehmen zwar nur eine beschränkte Auswahl an Büchern, CDs und allerlei Krimskrams an. Doch die Waren sind viel billiger als im traditionellen Handel. Und das zieht die Leute in schweren Zeiten offenbar unwiderstehlich an. Weltbild sieht deshalb noch kein Ende des eigenen Wachstumskurses und kündigte für das neue Geschäftsjahr weiter verbesserte Zahlen an. Der Rest der Branche wäre derweil schon zufrieden, wenn die Einnahmen nicht weiter sinken würden.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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