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Besser Benn als Bohlen

"Mit Gottfried Benn wäre ich überfordert, deshalb kommen wir zu Dieter Bohlen", scherzt TV-Entertainer Thomas Gottschalk und beginnt seine Lesung im größten Hörsaal der Düsseldorfer Universität.

Es geht um einen der raffiniertesten Public Relations-Coups der deutschen Buchgeschichte: Gottschalk verlor in der ZDF-Show "Wetten , dass...?" seine Wette - also muss er Passagen aus "Nichts als die Wahrheit" von Musikproduzent Dieter Bohlen vortragen. Obwohl hunderte von Studenten mit den Werken des deutschen Schriftstellers Benn besser bedient gewesen wären. Die Gottschalk-Posse ist der vorläufige Höhepunkt in einer gigantischen PR-Inszenierung rund um die Person Bohlen.

Nicht genug, dass der Hamburger ohnehin häufig die Titelseite der Bild-Zeitung schmückt. Sein Buch ist bereits jetzt 400 000 Mal über die Ladentheke gegangen: Die Buchhändler jubeln. Beim Heyne-Verlag, wie die Bild-Zeitung Tochterfirma des Axel-Springer-Verlags, wächst die Freude über den blonden Vermarktungs-Star. Und auch andere Medienunternehmen, allen voran das öffentlich-rechtliche ZDF, machen mit beim Bohlen-Spektakel. "Bohlen ist ein Massenphänomen, er hat mich zu interessieren", flachst Gottschalk. Natürlich, denn Bertelsmann-Sender RTL hat Bohlen ebenfalls frisch unter Vertrag. Als Schiedsrichter in einer neuen Pop-Show.

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