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Bitterer Nachgeschmack

In Deutschland hat die Zahl der Schnäppchenjäger deutlich zugenommen. Dies lässt sich auch daran ablesen, dass sich Preisvergleiche für Telefonminuten in der Presse und im Internet hoher Beliebtheit erfreuen.

Deshalb arbeitet so manche Telefongesellschaft daran, auf solchen Vergleichslisten den Spitzenplatz einzunehmen. Gelegentlich erreichen Anbieter die Pole-Position dadurch, dass sie niedrige Minutenpreise ausweisen, aber bei ihren Verbindungen Abrechnungstakte von vier Minuten (Arcor oder Deutsche Telekom im Ortsnetz), fünf (01030/Telecall) oder gar zehn Minuten (Vartec) anwenden. So sichern sich die Anbieter nicht nur die Top-Position in den veröffentlichten Tariflisten. Zusätzlich erreichen sie Gewinne dadurch, dass Kunden in der Regel das letzte lange Abrechnungszeitfenster bei einem Gespräch gar nicht ausschöpfen, es aber natürlich voll zu bezahlen haben.

In geringerem Ausmaß kann ein Netzbetreiber seine Profitabilität auch durch die marktübliche Taktlänge von einer Minute an Stelle einer fairen 1-Sekundeneinheit erhöhen. Solche Taktungsgewinne summieren sich für einen größeren Anbieter pro Jahr auf Beträge von mehr als 10 Mill. Euro. Aus Sicht der Netzbetreiber sind möglichst lange Zeittakte eine tolle Sache, aus der Perspektive des Verbraucherschutzes nicht. Um hier einen bitteren Nachgeschmack zu vermeiden, sollten Anbieter Abrechnungstakte von mehr als Minute vor Gesprächsbeginn durch eine automatische Ansage für Kunden erkennbar machen.

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