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Buhmann Gorny

Alle sind sauer auf Viva: Mitarbeiter, Politiker, Werbekunden. Selbst der US-Medienkonzern Viacom hat derzeit an seinem Kauf keine Freude. Denn der bevorstehende Umzug des Kölner Musiksenders nach Berlin zur Viacom-Tochter MTV droht, in einem Fiasko zu enden.

Die angekündigte Schließung des Kölner Standorts mit 290 Mitarbeitern treibt Viva in eine schwere Identitätskrise - eine fatale Entwicklung für eine Firma, die von der Kreativität, Motivation und Loyalität der Mitarbeiter lebt.

Bei der Schlacht um Viva geht es um Geld, um viel Geld. Denn der Kaufpreis für die Viva Medien AG von sagenhaften 310 Mill. Euro kann sich für die US-Amerikaner nur auszahlen, wenn die Sender- Marken Viva und Viva Plus nicht unter die Räder kommen. Doch genau danach sieht es derzeit aus.

Nach außen wurde die Rolle des Buhmanns dem Musik-TV-Guru und Viva-Gründer Dieter Gorny - bis zum endgültigen Beherrschungsvertrag Ende Januar noch Viva-Vorstandschef - zugeschoben. Doch intern wachsen bereits die Zweifel an MTV-Chefin Catherine Mühlemann. Die nervöse Konzernzentrale in London fragt sich: Ist die beinharte Schweizerin mit der Integration überfordert? Offenbar fehlen bei MTV sowohl das Know-how als auch die Sensibilität, um mit Viva eine Erfolgsstory schreiben zu können. Das könnte sich in den nächsten Monaten bitter rächen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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