Navigator
Das Ende des Chipbooms

Bessere Nachrichten kann die Chipindustrie eigentlich nicht liefern: Der Taiwaner Halbleiterproduzent UMC verkündete gestern, dass der Umsatz im Juli im Vergleich zum Vorjahr um satte 60 Prozent gestiegen sei.

Bessere Nachrichten kann die Chipindustrie eigentlich nicht liefern: Der Taiwaner Halbleiterproduzent UMC verkündete gestern, dass der Umsatz im Juli im Vergleich zum Vorjahr um satte 60 Prozent gestiegen sei. Beim Rivalen TSMC gingen die Einnahmen immerhin noch um 36 Prozent nach oben. Und dem noch vor einem Jahr schwer angeschlagenen koreanischen Chipproduzenten Hynix geht es wieder so gut, dass er nun ein neues Werk in China bauen will.

Die Investoren scheinen die ermutigenden Meldungen derzeit freilich kaum zu interessieren. Der Aktienkurs des deutschen Halbleiterherstellers Infineon brach gestern erneut kräftig ein und sank auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Infineon ist kein Einzelfall: Auslöser des rasanten Kursverfalls sind Ängste, dass die Chippreise nächstes Jahr schneller als erwartet fallen werden. Einige Banken haben ihre Prognosen für die Branche in den vergangenen Tagen deshalb bereits deutlich zurückgenommen.

Die Skepsis über die weitere Entwicklung ist durchaus begründet, denn momentan werden weltweit neue Fertigungslinien en masse gebaut, vor allem im stark schwankenden Speicherchip-Bereich. Die Analysten gehen davon aus, dass das Wachstum in den wichtigsten Märkten nächstes Jahr nicht mit dem erhöhten Ausstoß mithalten kann. Von zweistelligen Umsatzsprüngen werden die Hersteller dann nur noch träumen können.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%