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Das erste Opfer ist die Wahrheit

Was sollen unsere Kinder durch Medienpädagogik lernen? Wirklichkeit und virtuelle Realität zu unterscheiden, die Interessen von Informationsgebern hinter den Nachrichten zu erkennen, die gestanzten Polit-Parolen zu dechiffrieren und die Auswahl von Wort- und Bild als unvollständig wahrzunehmen.

Dazu besteht in diesen Tagen für uns alle reichlich Gelegenheit. "Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit", stellte US-Senator Hiram Johnson schon 1917 fest. Der Krieg der Soldaten ist überlagert von einem Informationskrieg. George W. Bush hat nicht umsonst das "Amt für globale Kommunikation" eingerichtet. Ein vom Militär handverlesener und trainierter Kreis vornehmlich anglo-amerikanischer Journalisten darf aus dem Kampfgebiet berichten. "Embedding" heißt das. Journalisten sind bei den US-Truppen eingebettet und laufen Gefahr, als Teil einer Informationskampagne missbraucht oder im kritischen Moment doch zensiert oder behindert zu werden. Die Bilder, die Sendern zur Verfügung gestellt werden, sind so ausgewählt, dass die Alliierten bei Freund und Feind in Siegerpose erscheinen. Von dem Schurken Saddam Hussein ist sowieso nichts anderes zu erwarten als plumpe Propaganda.

In den nächsten Tagen werden wir sehen, ob es Journalisten gelingt, immer wieder zu erklären, unter welchen Bedingungen Bilder und Reportagen entstanden sind. Und wir Zuschauer müssen aufpassen, dass uns die spannungsreiche Bilderwelt voller heroischer Militärs nicht zur Gewohnheit wird - als sähen wir einen harten Hollywood-Streifen.

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