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Der Dot ist tot

Ruhe sanft. Über Jahre hat sie uns begleitet, die Totengräberseite des Dot.Com-Booms, die legendäre Adresse www.dotcomtod.de. Seit Ende vergangener Woche ist Schluss mit der Webseite für "exitorientierte Unternehmensmeldungen".

"Das war?s wohl", liest der Betrachter, wenn die Maus über das Icon mit dem Mülleimer fährt, in dem vor "dct" manch anderer Traum der New Economy entsorgt worden ist.

Wer geht kaputt, wer ist kaputt und wer ist kaputt und weiß es nur noch nicht. All das konnte man auf dct finden. Weder objektiv noch dem Proporz verpflichtet, aus anonymen Quellen gespeist, ironisch bis ätzend im Ton, oft amüsant zu lesen und oft genug die bittere Wahrheit verkündend für viele Angestellte in kleinen Start-Ups. Wer seine Bude in der Gerüchteküche von dct auftauchen sah, konnte meist schon mal damit beginnen, die Getränke für die "pink slip party" einzukaufen.

Schuld am Niedergang sollen interne Streitigkeiten gewesen sein, Eitelkeiten, aber auch rechtliche Schwierigkeiten beim Betrieb der Gerüchte-Seite.

Wie auch immer. Zum Schluss hat das kaum noch jemanden interessiert. Genau so wie das einsame Sterben der letzten kleinen Web-Firmen. Ob dct einen Neuanfang schaffen wird? Wer weiß das schon. Oder wie hieß es immer so schön: Und nicht vergessen, die Wahrheit liegt irgendwo da draußen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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