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Der Hunzinger-Effekt

Ein Berufsstand fühlt sich verhunzt: Die Vermutungen um unrechtmäßig geflossene Gelder zwischen dem PR-Mann Moritz Hunzinger und dem Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping lassen Lobbyisten im ganzen Land aufstöhnen.

Zwar führt der Frankfurter die sechstgrößte PR-Agentur im Land, doch "die Verbindung mit Hunzinger ist für die Branche absolut misslich", schimpft eine PR-Insiderin. Das Image der so genannten "Public Affairs"-Berater ist im Keller, denkt man doch in diesen Tagen beim Stichwort Lobby-Arbeit schnell an "Schwarze Koffer" und jede Menge Schmiergeld aus der Wirtschaft für die Politik.

Dabei ist Lobby-Arbeit für die kränkelnde Kommunikationsbranche ein viel versprechender Wachstumsmarkt. Schon jetzt machen die großen Agenturen wie ECC Kohtes Klewes und Weber Shandwick 15 bis 20 % ihrer Umsätze mit strategischer Politik-Beratung und Klinkenputzen bei Abgeordneten - Tendenz steigend. Auch große Anwaltskanzleien entdecken den Markt für sich. Denn durch immer komplexere Strukturen sind künftig auch mittelständische Unternehmen auf Profis angewiesen, um ihre Interessen bekannt zu machen. Sogar einen ersten berufsbegleitenden Studiengang Public Affairs gibt es bereits. Haupt-Aufgabe der Branche ist jetzt, sich von dem negativen "Hunzinger-Effekt" zu befreien. Ganz nach den klassischen Regeln der Öffentlichkeitsarbeit.

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