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Der Kunde, der Souverän?

Der Wittener Wirtschaftswissenschaftler Hermann van Bömmel plädiert für mehr Konsumentensouveränität: "Heute kann ein Kunde kaum mehr, als unter vorgefertigten Waren auswählen."

Mit der Idee eines modernen Konsumenten habe das nichts zu tun. In der bisherigen Wirtschaftsform hat der Kunde nicht viel zu sagen, vielmehr steht der Produzent im Mittelpunkt. Und der wolle lediglich hohe Stückzahlen gewinnbringend verkaufen.

Daher müsse ein direkter Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten verbessert werden, schlägt der Wissenschaftler vor. Computerfirmen sind da womöglich der Trendsetter. Mittlerweile gibt es zahlreiche PC-Hersteller, die die Geräte nach den ganz persönlichen Wünschen der Benutzer konfigurieren. Nicht zuletzt heißen sie ja auch deswegen Personal Computer. Und wenn Softwarespezialisten anrücken, gehen sie auf die noch so außergewöhnlichsten Wünsche der Kunden ein - sofern diese gute sind.

Die geforderte Konsumentensouveränität scheint jedoch ausgerechnet bei dem IT-Unternehmen Hewlett-Packard keine große Rolle zu spielen. Beim Kauf eines Digital-Imaging-Produktes will HP - in der Weihnachtszeit - ein Geschenk dazu tun. Prinzipiell löblich, immerhin handelt es sich dabei um Präsente, die bis zu 250 Euro wert sein können. Doch natürlich ist HP keine barmherzige Einrichtung. Vielmehr versucht der Konzern mit seiner Consumer-Offensive den Umsatz bei den privaten Kunden anzukurbeln. Die würden aber wohl viel lieber die ausgesuchten Kameras, Drucker, Multifunktionsgeräte, Scanner oder PCs und Notebooks entsprechend preiswerter erstehen und ihr Geld dann für andere Dinge ausgeben.

Hewlett-Packard sollte sich vielleicht doch einmal das Buch von Hermann van Bömmel besorgen, das neue Gestaltungsmöglichkeiten des Konsumenten in der Postindustriellen Wirtschaft beschreibt.

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