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Die Eltern sind gefordert

An deutschen Schulen gibt es viel zu wenige Computer. Zudem ist die Zahl der Internet-Anschlüsse minimal. Seit Jahren klagt der IT-Branchenverband Bitkom über die im internationalen Vergleich katastrophale Situation.

Deutschland bewege sich auf dem niedrigen Niveau von Griechenland, sagte erst gestern wieder Bitkom-Präsident Willi Berchtold. Der Manager fürchtet deshalb bereits, dass der Industrie hier zu Lande der Nachwuchs ausgehen könnte.

Um dem Computermangel in den Schulen zu begegnen, schlägt Bitkom steuerliche Anreize für die Eltern vor. Damit sollen Notebooks für sie künftig deutlich billiger werden. Diese mobilen Geräte könnten die Kinder dann mit in die Schulen nehmen, so das Kalkül des Verbands. Dass Bitkom mit seiner Steuerlösung Erfolg haben wird, ist unwahrscheinlich. Schließlich bemüht sich die Politik darum, das Steuerrecht einfacher zu machen - und nicht neue Paragraphen zu schaffen.

Es führt trotzdem kein Weg daran vorbei, dass Eltern verstärkt Notebooks kaufen, die ihre Söhne und Töchter in den Schulen verwenden können. Wer seine Kinder auf das Berufsleben vorbereiten will, muss ihnen das nötige Werkzeug geben. Denn angesichts der leeren öffentlichen Kassen ist nicht zu erwarten, dass der Staat künftig stärker investiert als bisher. Doch auch die Industrie ist gefordert. Mit speziellen Schüler-Angeboten könnten die Produzenten etwas dafür tun, dass die Computer für die Eltern erschwinglich werden.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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