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Die Falle des Sponsorings

Am Freitag ist es wieder soweit: Dann werden sich der ARD-Vorsitzende Jobst Plog und sein ZDF-Kollege Markus Schächter mit den Hauptgegnern der Gebührenerhöhung - also NRW, Bayern und Sachsen - streiten, wie ein Ausweg aus der verfahrenen Situation gefunden werden kann. Auf der Agenda wird auch das Thema Werbung stehen.

Nicht nur den Reformern, sondern auch vielen Zuschauern ist das Sponsoring am Abend ein Dorn im Auge - bei aller Liebe zu Biathlon und Ruhrgas, "Wetten, dass. . .?" und Haribo. Wer für die Trennung von öffentlich-rechtlichem und privatem Fernsehen plädiert, muss die Frage nach einem Verzicht auf das Sponsoring nach 20 Uhr stellen.

Wirtschaftlich spielen die Sponsoren-Gelder sowieso eine Nebenrolle. Beispielsweise erwartet das ZDF in diesem Jahr - trotz Fußball-EM und Olympia - nur Einnahmen von 25 Millionen Euro. Das ist ein bescheidener Beitrag bei einem Gesamthaushalt von 1,8 Milliarden Euro in Mainz.

Schon mit dem Verzicht auf ein paar zweitklassige Sportrechte oder manch teurer technischer Dienstleistung wäre diese überschaubare Finanzlücke leicht zu schließen. Zu einer echten Rundfunkreform gehört eben der politische Mut, die Kommerzialisierung von ARD und ZDF zu reduzieren - auch gegen den heftigen Widerstand der bisherigen Profiteure.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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