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Die neue Ordnung in München

Der Nebel über der Isar verzieht sich. Ein Jahr nach dem Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch wird immer deutlicher, wie die Medienlandschaft in München künftig aussehen wird.

Der US-Milliardär Haim Saban hat sich die TV-Gruppe Pro Sieben Sat 1 und Kirchs Filmbibliothek gesichert, dem Finanzinvestor Permira gehört der Bezahlsender Premiere und der Handelskonzern Karstadt-Quelle übernimmt zusammen mit EM.TV den Sportkanal DSF. Um den Deal zu finanzieren, hat EM.TV zudem seine Anteile am Münchener Filmproduzenten Constantin an die Schweizer Highlight AG verkauft. Gewiss, einige der Verträge sind noch nicht unter Dach und Fach. Eine Hürde wurde aber am Donnerstag aus dem Weg geräumt, als das Kartellamt das Engagement von Saban bei Pro Sieben Sat 1 erlaubte. Doch jetzt schon ist klar, dass die enge Verflechtung der früheren Kirch-Firmen ein Ende haben wird.

Der Medienstandort München kann von der neuen Ordnung nur profitieren. Denn jetzt muss jede Firma für sich beweisen, dass sie Gewinne abwerfen kann. Die Zeit der Quersubventionen innerhalb der Kirch-Gruppe ist vorbei. Die Investoren wollen eine ordentliche Rendite sehen. Spannend bleibt es in München in jedem Fall. Denn in den nächsten Monaten müssen die neuen Besitzer erklären, wie sie aus Geldvernichtern schnell Geldmaschinen machen wollen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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