NAVIGATOR: Die PR-Schlacht der Deutschbanker

NAVIGATOR
Die PR-Schlacht der Deutschbanker

Der Deutschen Bank steht eine Kommunikationsschlacht bevor, in der ihre beide wichtigsten Repräsentanten in bedrohliches Kreuzfeuer geraten können.

Die Verfahrenseröffnung gegen Vorstandschef Josef Ackermann wegen angeblich überzogener Abfindungszahlungen an das Mannesmann-Topmanagement und das Schadenersatz-Urteil gegen Oberaufseher Rolf-E. Breuer bergen für Geschäft, Ansehen und Aktienkurs der Bank große Gefahren.

Die Dramaturgie der Schlachtordnung ist gut geeignet, die Deutschbanker als böse Finanzkapitalisten zu inszenieren, die das Geschäft ihrer Kunden schädigen, aber ihresgleichen die Millionen zuschieben. Vor dem Hintergrund einer solch vereinfachenden öffentlichen Lesart der juristischen Sachverhalte ist eine Entwicklung nicht unwahrscheinlich, die beide Männer das Amt kosten könnte.



Vor allem der Schweizer Ackermann und seine angelsächsischen Kommunikations-Berater sollten sich nicht allzu sehr auf die Kraft rationaler Argumente und objektiver Rechtsgutachten verlassen. Beim juristisch ausgesprochen schwammigen Vorwurf der Untreue spielen weniger handfeste Beweise als vielmehr unscharfe Abwägungen des Gerichts eine Rolle. Öffentliche Stimmungen und politische Interessen, die in Deutschland bei Verfahren gegen prominente Wirtschaftsführer immer im Spiel sind, können so im anstehenden Prozess leicht an Bedeutung gewinnen.

Ackermann sollte das bei seiner Strategiewahl berücksichtigen. Sonst muss er am Ende zur Kenntnis nehmen, dass wer Recht hat, noch lange nicht Recht bekommt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%