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Die stillen Genießer

Überall im Land sitzen sie: subventionieren, analysieren, organisieren. 15 Landesmedienanstalten mit Hunderten von Mitarbeitern wachen über Hörfunk und Fernsehen in dieser Republik.

Das kostet natürlich Geld, sogar viel Geld. Allein der Etat der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien beläuft sich auf 23 Mill. Euro. Doch über Geld sprechen die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten derzeit nicht gerne. Das hat seinen guten Grund. Denn sie sind die stillen Genießer der monatlichen Zwangsgebühren von derzeit 16,15 Euro. Schließlich fließen 2 % aller Rundfunkgebühren in die Kassen der Medienwächter zwischen Bremen und München.

Brauchen die Kontrolleure wirklich dringend das Geld? Die Anstalten sind durchwegs solide finanziert. In den meisten Bundesländern wie zum Beispiel Nordrhein- Westfalen leiten die Landesparlamente das Geld der Gebührenzahler sogar teilweise in die eigene Filmstiftung und sonstige Aktivitäten um.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, denken sich die Medienwächter in diesen Tagen. Während ARD und ZDF mächtig Druck auf die Politik machen, damit die Gebühren auf 18 Euro steigen, halten sich die Medienanstalten weiter fein raus. Dabei ist es längst an der Zeit, dass auch die kleineren Profiteure endlich Farbe bekennen. Gebührenerhöhung: Ja oder Nein?

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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