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Die „Welt“ wird kleiner

Seit Jahren versucht Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, beim hoch defizitären Flaggschiff "Die Welt" wieder Wasser unter den Kiel zu bekommen.

Um das Schwinden der Auflage und das Schrumpfen der Anzeigenumsätze zu stoppen, hat er die Tageszeitung zuletzt sogar mit der "Berliner Morgenpost" zusammengelegt - doch auch das ging schief. Jetzt will Döpfner testen, ob die "Welt" in einem neuen Format Käufer findet. Die "Welt kompakt" im handlichen Tabloid-Format soll 50 Cent kosten - nur ein Drittel dessen, was der Leser für die großformatige Hauptausgabe derzeit hinblättern muss. Ob Döpfner mit diesem "Modell für Arme" verlegerisch den großen Coup landet, ist allerdings fraglich. Denn sollte die kleinformatige "Welt" Interesse wecken und bundesweit eingeführt werden, wird dies die Auflagenerosion der Hauptausgabe eher beschleunigen. Denn viele "Welt"-Leser dürften sich fragen, ob die Kommentare, Glossen und Leitartikel den Aufpreis von einem Euro rechtfertigen, oder ob das Nachrichtenangebot der "Welt Kompakt" nicht ausreicht, um den Informationsdurst zu stillen.

Sollte die Billig-Version Leser finden, bedeutet dies für die bisherige "Welt" einen Tod auf Raten. Der Grund: Die preisbedingt niedrigen Verkaufserlöse der "Welt kompakt" werden die hohen Millionenverluste der Hauptausgabe kaum ausgleichen. Damit droht der traditionellen "Welt" langfristig das Aus an den Kiosken.

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