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Die zerstörte Illusion von der Fußballfamilie

Das musste ja so kommen. Wer sehr gute und weniger gute Äpfel gemeinsam in einem Korb verkauft, betrügt entweder die Kunden oder erlöst für die Spitzenäpfel viel zu wenig - oder macht sogar beides.

Das gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Der Skandal um Kirch und Bayern München hat die Illusion, man könne ein mäßiges Gemeinschaftsprodukt zentral vermarkten und immer teurer verkaufen, endgültig zerstört. Denn Spitzenfußball ist ein knallhartes Geschäft im globalisierten Wettbewerb und keine karitative Veranstaltung zur Förderung des Breitensports. Ein Superprodukt wie Bayern München könnte - das zeigen die TV-Erlöse der Spitzenvereine in Spanien oder Italien - das dreifache für seine Fernsehrechte erzielen, wenn es einzeln vermarktet würde. Deshalb ist es marktwirtschaftlich verständlich, dass sich die Bayern von Kirch die Millionen zuschieben ließen, die sie bei der Zentralvermarktung nicht erlösen konnten.

Das ganze hat nur den unschönen Hautgout, dass es unter dem Tisch geschah. Tatsächlich macht der Bayern-Skandal nur transparent: Die zentrale Vermarktung der Bundesliga ist am Ende - allerdings mit allen schwerwiegenden sportlichen Folgen. Es wird eine Zweiklassengesellschaft in der ersten Bundesliga geben, und die großen europäischen Vereine werden ihre Geschäftsidee von der Europaliga der besten 14 endlich verwirklichen. Hier warten Milliarden, die kein Spitzenverein auf Dauer ausschlagen kann.

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