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Diebstahl im Kinosaal

Die Film- und Kinobranche hat Angst, sogar große Angst. Immer schneller sind die Blockbuster wie "Herr der Ringe" "Nemo" oder "Troja" als Raubkopien im Umlauf. Nun greifen britische Filmtheater zur Selbsthilfe.

Zum Start der Warner Bros.-Produktion "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" gehen Kinos mit geliehenen Nachtsichtgeräten auf Jagd gegen Besucher, die mit Videokameras den Film illegal kopieren. Die Briten eifern mit ihrem kommissarischen Eifer US-Kollegen nach. Denn vor ein paar Wochen waren in Los Angeles Raubkopierer mit Hilfe von Nachtsichtgeräten entdeckt worden, wie sie von der Leinwand gesetzeswidrig abfilmten.

In der Branche, die sich nur selten in Selbstkritik übt, wird über den bisher wenig effektiven Kampf gegen Raubkopien nur ungern gesprochen. Nach einer Schätzung der Motion Picture Association of America verliert die Filmindustrie durch Raubkopien jährlich über drei Milliarden Dollar. Vor allem im renditestarken DVD- und Video-Geschäft - einer der wichtigsten Umsatzträger der Filmbranche - ist der Schaden groß. Außerdem sorgt das illegale Kopieren von Publikumserfolgen wie "Potter" für leere Kinosäle. Nicht ein womöglich tropischer Sommer oder die schlechte Konjunktur sind daher das eigentliche Grundübel der deutschen Filmtheaterbranche, sondern der Diebstahl im Kinosaal.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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