Navigator
Eigentor für Oracle

Heute wollte Oracle-Chef Larry Ellison eigentlich die feindliche Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft unter Dach und Fach haben. Doch der Coup ist gescheitert.

DÜSSELDORF. Gerade mal elf Prozent der Peoplesoft-Anteile wollten ihm die Altaktionäre bis zum Wochenende überschreiben. Viele warten offensichtlich auf ein besseres Angebot. Oracle hat deshalb die Frist bis 18. Juli verlängert.

Es ist aber kaum zu hoffen, dass dieser Stichtag mehr Klarheit bringt: Das US-Justizministerium hat erst einmal Informationen für eine kartellrechtliche Prüfung angefordert. In Brüssel kursierten Gerüchte, wonach auch die EU erwägt, die Übernahme zu prüfen. Unterdessen gibt Peoplesoft neuen Kunden eine Geld-zurück-Garantie im Falle einer Übernahme. Das müsste dann Oracle bezahlen, wogegen der Softwarekonzern jetzt schon vor Gericht klagt.

Das Nachsehen dieses munteren Treibens haben die Kunden. Sie können die Programme von Peoplesoft, Oracle oder SAP nicht einfach austauschen wie den Getränkelieferanten. In den Installationen stecken oft Millioneninvestitionen für die Anpassung der Prozesse sowie Know-how der Mitarbeiter. Mit der Demonstration, wie schnell IT-Investitionen zum Spielball von Übernahmekämpfen werden, schadet sich die Softwarebranche selbst. Die Unsicherheit wird die Kaufentscheidungen vieler Kunden weiter verzögern. Zumindest dieses Ziel hat Oracle schon erreicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%