Navigator: Ein schwerer Balanceakt

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Ein schwerer Balanceakt

Die nächsten drei Wochen werden spannend: Bis zum 26. März soll der erste große Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren über die Bühne gehen. Zwischen 800 Mill. und einer Mrd. Euro will der Münchener Waferhersteller Siltronic einsammeln.

Der Börsengang wird von allen Seiten genau beobachtet, denn mit den Emissionen während des Internet-Booms hat der Aktienverkauf des Zulieferers der Halbleiterbranche nicht mehr viel gemeinsam. Die Tage, in denen die Aktien von High-tech-Firmen mit den Methoden von Marktschreiern angeboten wurden, sind endgültig vorbei.

Kein Analyst der beteiligten Banken will sich jetzt noch mit genauen Prognosen aus der Deckung wagen. Am liebsten wollen sich die Experten auf gar nichts mehr festlegen, damit sie hinterher nicht an den Pranger gestellt werden können, wenn es anders kommt als prognostiziert.

Für potenzielle Investoren ist die neue Zurückhaltung aber nicht nur positiv. Denn nur wenige Anleger kennen sich in der Waferindustrie aus. Wer weiß schon um die versteckten Risiken dieser stark schwankenden Branche? Das Siltronic-Management, die Banker und die Berater brauchen Fingerspitzengefühl. Es ist ein Balanceakt zwischen nötiger Transparenz und der gebotenen Vorsicht.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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