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Europa bleibt am Drücker

Asien ist in, keine Frage. Immer mehr High Tech kommt aus Ländern wie China, die vor zehn Jahren gerade erst auf der Landkarte der Technologiefirmen aufgetaucht sind.

Dabei investieren nicht nur westliche Konzerne in den aufstrebenden Ländern, auch die einheimische Industrie schreitet mit großen Schritten voran. Doch der Eindruck täuscht, dass Europa deshalb zwangsläufig an Boden verlieren muss. Im Gegenteil, selbst als Produktionsstandort kann der alte Kontinent in vielen Bereichen mithalten.

Beispiel Chipindustrie: Am kommenden Montag eröffnet Intel-Chef Craig Barrett zusammen mit dem irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern das neue Werk des weltgrößten Chipherstellers auf der Insel. Nur zwei Tage später muss der portugiesische Ministerpräsident Durao Barosso ran, um die Erweiterung der Halbleiterfabrik von Infineon in Porto einzuweihen. Und vor drei Wochen war es Bundeskanzler Schröder, der zum Richtfest der neuen Fabrik des Intel-Konkurrenten AMD nach Dresden gefahren ist.

Zugegeben: In Asien werden derzeit mehr Chipfabriken errichtet als in Europa. Es stimmt auch, dass die Halbleiterbranche weniger unter den hohen Löhnen in der EU leidet als viele andere Industrien und deshalb eher geneigt ist, hier noch zu investieren. Zudem gibt es für die Hersteller meist üppige staatliche Subventionen.

Die Investitionen beweisen trotzdem, dass Europa nach wie vor ausgesprochen innovative und wettbewerbsintensive Branchen anziehen kann. Doch das ist nicht alles. Die Chipriesen produzieren hier nicht nur, sie forschen auch und können die Ergebnisse in der Fertigung schnell umsetzen. Das Dresdener Werk von Infineon ist dabei so gut, dass es sein Fertigungs-Know-how in die Werke der Partner des Konzerns in Asien exportiert. Die größte Herausforderung besteht dabei darin, den Asiaten immer einen Schritt voraus zu sein.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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