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Frühstarter zur Kasse

Seit 15 Jahren erfreuen sich T-Mobile und Vodafone daran, dass sie ihre GSM-Mobilfunklizenzen in Deutschland vier und sieben Jahre früher erhalten haben als E-Plus und O2.

Dieser Zeitvorsprung ermöglichte es ihnen, die besten Standorte für Funkstationen zu unterdurchschnittlichen Preisen anzumieten und einen großen Teil der mobilen Vieltelefonierer anzuwerben. Entsprechend betreuen die beiden Frühstarter hier zu Lande auch heute noch 80 Prozent aller Mobilfunkanschlüsse und ihre Gewinnmargen übersteigen die der Konkurrenten bei weitem. Allerdings enden die GSM-Lizenzen der Marktführer nach 20 Jahren Laufzeit jeweils Ende 2009. Wegen des späteren Starts läuft die Lizenz von E-Plus noch bis 2013, die von O2 gar bis 2017.

Nun fordern T-Mobile und Vodafone die Verlängerung ihrer Lizenzen, am besten gleich mindestens bis zum Ende der O2-Erlaubnis. Von den Gegenleistungen, welche die Mobilfunker hierfür erbringen wollen, hört man dagegen nichts.

Anders als 1989 sollte der Staat die Lizenzverlängerungen über 2009 hinaus aber nicht einfach verschenken. Der Barwert der Frühstartervorteile beläuft sich auf mindestens 5 Mrd. Euro. Dieser Wert dient als Orientierungsgröße für den Preis, der für die Lizenzverlängerung verlangt werden könnte.

Die zwei Platzhirsche werden diesem Vorschlag verständlicherweise wenig Sympathie entgegen bringen. Ein Preis sollte trotzdem eingefordert werden, da er einen Teil der zeitbedingten Wettbewerbsnachteile von E-Plus und O2 ausgleicht. Außerdem könnte es den Finanzminister dazu bringen, auf die Streichung eines Feiertags zu verzichten, da eine bislang übersehene Einnahmequelle erschlossen würde.

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