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Gefangene des Erfolgs

Der Branchenverband GfU meldet, dass 2003 der Umsatz mit klassischer Unterhaltungselektronik in Deutschland um 0,4 Prozent auf 10,25 Milliarden Euro geschrumpft ist. Das klingt unspektakulär. Doch es verschleiert, dass es erdrutschartige Verschiebungen gegeben hat und gibt.

Zuwächsen der Digitalgeräte stehen Einbußen der Analogtechnik gegenüber. Der Umsatz mit VHS- Rekordern etwa sank um 145 Mill. Euro, was das Plus von 143 Mill. Euro bei LCD-Fernsehern aufzehrte. Noch immer machen Röhrenfernseher in Stückzahlen 94 % des 5,6 Milliarden Euro großen TV-Gerätemarktes aus.

Wenn hier das Kaufinteresse - auch dank einer erfolgreichen Marketing-Maschinerie - schneller wegbricht, als die Kapazitäten für die Produktion der begehrten Flachbildschirme aufgebaut werden können, stehen dem Markt trotz aller Euphorie harte Zeiten bevor. Nicht, weil keiner kaufen will, sondern weil die Fabriken nicht genug liefern und die Käufer lieber noch etwas warten. So würden die Fernsehhersteller zu Gefangenen des eigenen Erfolgs.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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