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Geistersender voraus

Am 13. September 2003 beginnt auf der IBC, der Messe für professionelle TV-Technik, die Zukunft des Fernsehens.

Europas erster HDTV-Sender, Euro1080, wird den Probebetrieb aufnehmen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn Geräte für den Satellitenempfang des europaweit ausgestrahlten hochauflösenden Bildes gibt es schlicht noch nicht zu kaufen.

Erstaunlich, denn Sony, Panasonic, Samsung & Co sollten Interesse daran haben, den Kunden ihrer sündhaft teuren Plasma- und LCD-Schirmen dieses Vergnügen zu bieten, das den Neidfaktor in der Nachbarschaft deutlich anhebt. Wer je - in Japan oder USA - HDTV gesehen hat, möchte es nicht mehr missen.

Freude kommt da nur bei bestehenden TV-Sendern auf. Sie können etwas länger ohne lästige Konkurrenz leben. Gäbe es nicht ein Schlupfloch für den Zuschauer: Heimelige Kinoabende zur "TV-Primetime" mit Filmen aus der DVD-Konserve und sattem Surround-Sound aus der Heimkinoanlage, statt krümeliger TV-Bilder und Stereoton.

Auf der Ifa waren so genannte "Bluray"-DVD-Rekorder die Attraktionen. Sie speichern 25 Gigabyte Daten auf einer Scheibe, das reicht für Hollywood-Filme in Kinoqualität. Schon 2004 könnten diese Quotenkiller auf den Markt kommen. Ob das den Fensehsendern und speziell ihren Werbekunden wirklich gefallen kann?

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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