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Glücklose Wiedergeburt

Die Comdex ist zu Ende. Vielleicht sollte die Formulierung korrekter heißen: am Ende. Denn richtig erfolgreich war die Wiedergeburt der US-Computermesse nach der Insolvenz im vergangenen Jahr nicht.

Der Verdacht liegt nahe, dass dies am geänderten Konzept liegt. Die Veranstalter wollten zu den Wurzeln der einst berühmten Messe im Spielerparadies Las Vegas zurückkehren: einer Show von Profis für Profis. Doch das gelang nur zum Teil.

Zwar konnten die Konsumentenfirmen, die der Comdex zu Boomzeiten bis zu 200 000 Besucher bescherten, durch auf Unternehmen gerichtete IT-Anbieter wie Siebel, Dell oder Microsoft ersetzt werden. Doch auch wenn diese Firmen ihre erste Garde auf die Bühne schickten, etwa Microsoft - Gründer Bill Gates oder Sun-Chef Scott McNealy, bleiben angesichts des mauen Besucherzuspruchs Zweifel am Überleben der US-Messe bestehen.

Es stellt sich die Frage, ob eine Comdex - das Kürzel steht für Computer Dealers Exhibition - heute noch sinnvoll ist. Der Computerhändler ist rar geworden und benötigt kein eigenes Forum mehr, den großen PC-Discountern sei Dank. In anderen Bereichen hat sich längst scharfer Wettbewerb etabliert, wie etwa die "Consumer Electronics Show", eine ebenfalls in Las Vegas stattfindende Konsumentenmesse.

Kein Zweifel: Der Puls des Patienten Comdex ist nach der Reanimation schon wieder bedrohlich schwach geworden.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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