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IBM-Lektion für Siemens

In letzter Zeit hört man aus dem Hause Siemens vermehrt kritische Stimmen zur Zukunft der eigenen Handy-Sparte. Der Konzern hat mit Telefonen für Mobilfunknetze bis heute keine akzeptable Rendite erzielt.

Andere Wettbewerber wachsen bei Handys schneller als die Münchener: Hatte Siemens im dritten Quartal 2003 noch einen weltweiten Absatzanteil von 9,1 Prozent, lag der Marktanteil ein Jahr später nur noch bei 7,6 Prozent. Samsung, LG und Sony-Ericsson dagegen konnten durchweg ihre Anteile je um 1 bis 1,5 Prozent ausbauen. Die Siemens-Sparte hat nicht die nötige Masse, um die Größenvorteile der Branchenführer Nokia, Samsung und Motorola auszugleichen.

Oft wird argumentiert, dass der Konzern insgesamt von einem fortschrittlichen Image der eigenen Handy-Marke profitiert. Diese Verteidigungslinie überzeugt nicht. Siemens ist überwiegend auf Investitionsgütermärkten tätig, auf denen sich Einkäufer nicht von dem Image der Handys beeindrucken lassen. Zwar ist eine Schließung der Sparte angesichts der erst vor kurzem mühsam mit der IG Metall ausgehandelten Beschäftigungssicherung kurzfristig kaum sinnvoll. Siemens sollte aber den Mut aufbringen, das Handy- Geschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen oder an einen Wettbewerber wie LG zu einem moderaten Preis zu verkaufen. IBM hat mit der Abgabe seiner PC-Division an die chinesische Lenovo vorgemacht, wie es geht.

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