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In der Warteschleife

Seit langem will Stefan Aust, der Spiegel-Chefredakteur, den guten internationalen Ruf von Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin weiter aufpolieren, indem er dem Spiegel ein englischsprachiges Beiboot verpasst. Heute nun wollen die Gesellschafter über Austs Zukunftspläne entscheiden.

Seit langem will Stefan Aust, der Spiegel-Chefredakteur, den guten internationalen Ruf von Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin weiter aufpolieren, indem er dem Spiegel ein englischsprachiges Beiboot verpasst. Austs Absicht: Einmal im Monat soll eine englische "Spiegel"-Ausgabe die wichtigsten Themen des Hauptblattes auffangen, um damit vor allem Leser auf dem US-Markt zu gewinnen. Dafür soll ein kleines Redaktionsteam die Artikel aus der Hauptausgabe übernehmen und übersetzen.

Heute nun wollen die Gesellschafter - darunter Gruner + Jahr und die Spiegel Mitarbeiter KG - über Austs Zukunftspläne entscheiden. Doch ob sich Aust mit seiner Idee durchsetzen kann, ist äußerst fraglich. Die Geschäftsführung des Spiegel hält das Vorhaben aus wirtschaftlichen Gründen für nicht tragfähig, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Hamburger Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr. Thomas Darnstädt, Sprecher der SpiegelMitarbeiter KG, weicht dem Thema diplomatisch aus: "Wir würden einen englischsprachigen Spiegel begrüßen, wenn so etwas machbar ist," sagt er. Offiziell heißt es bei Gruner + Jahr und beim Spiegel-Verlag nur: "Kein Kommentar."

Das Schweigen ist verständlich: Sollte der englische "Spiegel" nicht umgesetzt werden, wäre dies eine Niederlage für Aust. Ob der Chefredakteur kampflos dem Untergang seines geliebten Spiegel-Beiboots zusieht, bleibt abzuwarten. Vorerst dürfte das Vorhaben jedenfalls in der Warteschleife verharren.

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