Navigator
Internetsüchtige Handy-Junkies

E-Plus mit I-Mode kam als erster, jetzt ziehen Vodafone und Orange nach: Neue mobile Internet-Dienste sollen die Kunden locken, ihre Handys häufiger und länger zu benutzen.

Eigentlich nichts Neues, vor drei Jahren hat die Industrie das gleiche mit WAP schon einmal versucht - und ist grandios gescheitert. Jetzt sollen verbesserte Handys den Durchbruch bringen. Für die Mobilfunker steht viel auf dem Spiel: Nur wenn die Umsätze mit Hilfe der neuen Dienste kräftig wachsen, können die Konzerne ihre UMTS-Schulden abtragen.

Wer auf die Geschäftspläne der Unternehmen schaut, der bekommt aber den Eindruck, dass sich die Strategen schon jetzt verrechnet haben. Orange zum Beispiel glaubt, dass die Kunden in einigen Jahren durchschnittlich 95 Euro im Monat für die neuen Handy-Dienste ausgeben. Wie soll das aufgehen? Das Budget für Medienkonsum und Kommunikation wird, dies geht zumindest aus Studien von Hypovereinsbank und BBDO Consulting hervor, 80 bis 85 Euro im Monat so schnell nicht überschreiten. Orange hat also eher an Internet-süchtige Handy-Junkies gedacht, die keine Zeitungen lesen, keine Videos und Kinofilme schauen und die GEZ um die Rundfunk-Gebühren prellen. Die mag es geben - nur mit denen alleine werden die gewünschten Umsätze nicht kommen. Mit solch unrealistischen Plänen wird UMTS mit Sicherheit ein Flop.

Peter Poppe ist Chefredakteur von Handelsblatt.com

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%