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Irgendwann am St. Nimmerleinstag

Es gab einmal eine Zeit, in der war es äußerst angesagt, Anteile von Tochterfirmen an die Börse zu bringen: So kam Geld in die Kasse, und die Konkurrenz blieb bei breiter Streuung draußen.

Das alte Muster wollen Telekom Austria und Telecom Italia nutzen, damit die Italiener ihre Minderheit in Österreich loswerden können - im Prinzip. Die theoretisch gute Idee hat nur einen Nachteil: Börsengänge bringen heute nichts, jedenfalls nicht dem Verkäufer.

Für Telekoms bringen Börsengänge so sehr überhaupt nichts, dass eine neue Ehrlichkeit in die Firmenkommunikation eingezogen ist. Die Frage nach dem Termin für den Börsengang beantwortet Telekom Austria so klar mit "Irgendwann", dass jeder merkt: Gemeint ist der St. Nimmerleinstag. Wie auch die Deutsche Telekom jede Nachfrage nach dem Börsengang ihrer Tochter T-Mobile nur noch mit Achselzucken quittiert. Das tiefe Zerwürfnis zwischen der Börse und ihren einstigen Lieblingen wird lange andauern. Überall versprechen Telekom-Chefs zwar eine Wende hin zum Geldverdienen - aber erst nach 2004. Klar: UMTS-Mobilfunk wird ein Erfolg - in 10 Jahren. Was aber sollen hektische Börsen-Dealer von Anfang 20 mit einer Branche anfangen, die in der Krise die Langsamkeit entdeckt? Eben: Da fehlt ihnen die Phantasie. Den nächsten Telekom-Börsengang macht erst die nächste Börsen-Generation - 2005.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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