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„Kahnadggur Voh ox issencil oi Dssencil“ versprach gestern die Überschrift des Aufmachers der „Frankfurter Rundschau“. Daneben ein entschlossen-grimmiger Kanzler mit geballter Faust.

"Kahnadggur Voh ox issencil oi Dssencil" versprach gestern die Überschrift des Aufmachers der "Frankfurter Rundschau". Daneben ein entschlossen-grimmiger Kanzler mit geballter Faust. Tausende von Lesern fragten sich im ersten Moment: Handelt es sich um eine noch nie da gewesenes Druckfehler-Chaos oder gar um das Ende der wirtschaftlich angeschlagenen Rundschau? Weder noch! So nehmen Analphabeten eine Zeitung wahr - sie verstehen bei dem Kauderwelsch, das ein Zufallsgenerator erzeugt hat, nur Bahnhof. Mit ihrer spektakulären Titelseite nach einer Idee der Düsseldorfer Werbeagentur Grey weist die FR zusammen mit Partnern wie der Unesco oder dem Stuttgarter Klett-Verlag auf die fortschreitende Analphabetisierung in Deutschland hin: Vier Millionen Menschen (!) sind bereits funktionale Analphabeten.

Nach dem Motto "Schreib Dich nicht ab. Lern lesen und schreiben" will eine Münsteraner Initiative den Betroffenen mit Beratung und Informationen helfen. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn hat bereits ihre Unterstützung zugesagt. Doch die Politik wird des Problems längst nicht mehr Herr. Auch die Medienunternehmen müssen sich fragen, ob sie den tabuisierten Analphabetismus bisher genügend bekämpft haben. Viel zu oft führen Projekte wie "Zeitung in der Schule" oder die Förderung von Kinder- und Jugendbibliotheken ein stiefmütterliches Dasein. Dabei ist allen klar: Das Problem Analphabetismus lässt sich lösen. Und wenn es nicht genug Hilfsangebote gibt, fehlen die Kunden von morgen.

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