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Kanzler weint für den Film

Schon bei der Rohfassung des Fußball-WM-Streifens „Das Wunder von Bern“ sind dem ehemaligen Mittelstürmer „Acker“ des TuS Talle namens Gerhard Schröder die Tränen gekommen.

Schon bei der Rohfassung des Fußball-WM-Streifens "Das Wunder von Bern" sind dem ehemaligen Mittelstürmer "Acker" des TuS Talle namens Gerhard Schröder die Tränen gekommen. Die Premiere in der Essener "Lichtburg" war eine raffinierte Reklameshow für den 7,5 Mill. Euro teuren Spielfilm von Sönke Wortmann. Dafür sorgte schon die Präsenz des Kanzlers. Die Inszenierung des WM-Endspiels von 1954 kommt zur richtigen Zeit auf die Leinwand. Deutsche Filme sind wieder gefragt - auch international. So lockte die DDR- Komödie "Goodbye Lenin" weltweit bereits Millionen Zuschauer in die Kinos. Und der mit einem Oscar ausgezeichnete Spielfilm "Nirgendwo in Afrika" spielte im knallharten Filmmarkt USA mehrere Mill. Euro ein.

Einen Blockbuster können aber vor allem die heimischen Kinobesitzer gut brauchen. Nach Tropensommer, Konsumunlust und DVD-Konkurrenz stehen viele deutsche Filmtheater am Rande des Abgrunds. Was sich vor einem halben Jahrhundert in Bern ereignete, soll sich nun im Kinomarkt wiederholen, träumt die Branche. "Wir vertrauen auf ein Wunder: Das ,Wunder von Bern?, das schon einmal den Anstoß für einen wirtschaftlichen Aufschwung gegeben hat", sagte Cinemaxx-Chef Hans-Joachim Flebbe gestern seinen Aktionären. Am Kanzler soll es nicht liegen. Er hat mit seinen Tränen sein Herz für die deutsche Kino- und Filmbranche öffentlich unter Beweis gestellt.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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